Die Ideologie zum Job machen – MitarbeiterIn in der AfD

Mit dem Einzug der AfD in mehrere Landesparlamente und den Bundestag, bietet die Partei sowohl ein politisches Wirkungsfeld, als auch Karriereoptionen. Die meisten Abgeordneten verfügen gleich über mehrere MitarbeiterInnen. Für Aufsehen sorgte die Anstellung von Maximilian Tischer beim hessischen Bundestagsabgeordneten Jan Nolte. Zur Zeit seiner Einstellung wurde bereits gegen Tischer ermittelt, da er verdächtigt wird, gemeinsam mit Franco Albrecht eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet zu haben. Tischer soll hierzu eine Liste geschrieben haben, bei der die Bundesanwaltschaft vermutet, sie könne mögliche Anschlagsziele enthalten. Ein unbeschriebenes Blatt ist Tischer schon vorher nicht gewesen, so hatte der Militärische Abschirmdienst der Bundeswehr 2015 gegen ihn ermittelt, weil er eine Person ermuntert haben soll, „etwas“ gegen Flüchtlinge zu unternehmen. Zwei weitere Mitarbeiter waren bereits in der hessischen AfD/JA Wegbegleiter von Nolte. Sowohl Jochen Roos als auch Gerry Kreutzer kennt Nolte aus der Zeit als diese noch im Kreisverband der AfD Offenbacher Land bzw. Wetterau aktiv war. Des weiteren beschäftigt er den Blaue Narzisse-Autor Julian Islinger, der auch Mitglied in der Hamburger Landsmannschaft Mecklenburgia-Rostock ist, welche wiederum im Dachverband Coburger Convent organisiert ist.

Mit Katrin Nolte arbeitet auch seine Frau in Berlin bei der AfD-Fraktion. Katrin Nolte ist als Moderatorin für Compact-TV bekannt geworden. Compact-TV ist das Video-Format der gleichnamigen neurechten, verschwörungsideologischen Zeitschrift von Jürgen Elsässer. Nun ist sie Referentin, des ebenfalls aus Hessen stammenden Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann. Hohmann war 2004 aus der CDU geflogen, nach dem er eine zutiefst antisemitische Rede gehalten hatte, in der er die These in den Raum stellte, die „Juden mit einiger Berechtigung als ‘Tätervolk‘“ bezeichnen zu könnten. 

Katrin Nolte bei Compact TV

 

Karrieresprungbrett Junge Alternative

Neben Jochen Roos haben weitere Vertreter der hessischen JA in Berlin einen neuen Job bekommen. Der ehemalige Frankfurter JA-Vorsitzende Dominik Class ist bei Joana Cotar angestellt. Darüber hinaus ist Jonas Batteiger nun Referent der ehemaligen Spitzenkandidatin aus Hessen Maria Harder-Kühnel. Batteiger hat durch ein Video auf sich aufmerksam gemacht, in dem er seine „Erfahrungen“ aus einem antirassistischen Workshop an der Universität vorstellt und damit versuchte, den Referenten zu diskreditieren. Ebenfalls bei Harder-Kühnel ist ein weiteres JA-Hessen-Vorstandsmitglied angestellt: Christan Rohde. Er gehörte, wie auch Class und Batteiger, zu einer Gruppe von JAlern, die an der Uni Frankfurt Flugblätter verteilten, in denen sie dazu aufriefen linke oder nur kritische WissenschaftlerInnen zu melden.

Class (li.), Batteiger (unten), Rohde (Brille) haben alle Jobs in der AfD bekommen

Magdeburger Landtag – die AfD als Arbeitgeber für rechte Burschen aus Hessen

Nicht nur die JA profitiert von den neuen Karrieremöglichkeiten, auch für extrem Rechte Burschenschaftler bietet die Parlamentsarbeit eine neue Option. Aus der ehemals in Gießen ansässigen Burschenschaft Dresdensia-Rugia zog es Matthias Ferdinand in den Landtag von Sachsen-Anhalt. Ferdinand studierte in Gießen und gehört der Dresdensia-Rugia an, welche seit den 90er Jahren als Kaderschmiede der NPD bekannt ist. Zu den bekannten „Alten Herren“ gehören unter anderem die ehemaligen sächsischen NPD-Landtagsabgeordneten Arne Schimmer und Jürgen Gansel. Diese politische Ausrichtung legte die Dresdensia-Rugia auch zu Zeiten von Ferdinand nicht ab. Im Landtag in Magdeburg arbeitet er nun als Fraktionsreferent für die AfD.

Matthias Ferdinand bei der Winterakademie des Instituts für Staatspolitik 2017 in Schnellroda

Aber auch die Burschenschaftler der Marburger Burschenschaft Germania sind dem Ruf der AfD gefolgt. Die Germania Marburg gilt bereits als Knotenpunkt der extremen Rechten. Eine Zugehörigkeit bei der DB-Burschenschaft scheint demnach zuträglich bei der Vergabe von Referentenanstellungen. So gehen gleich mehrere „Bundesbrüder“ im Landtag von Sachsen-Anhalt in Magdeburg ein und aus. Darunter Robert Offermann, der allerdings nach einem kurzen Ausflug weiter nach Hamburg zog, wo er nun als Pressesprecher der AfD-Fraktion im Abgeordnetenhaus tätig ist. Auch Andreas Graudin arbeitet aktuell für die AfD in Sachsen Anhalt. 2011 war er noch stellvertretender Vorsitzender in der extrem rechten Partei Pro Deutschland in Berlin und kandidierte im gleichen Jahr bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl für die Partei. Ebenfalls eine zentrale Rolle hatte er in der neurechten Denkfabrik Studienzentrum Weikersheim, wo er dem Präsidium angehörte. Ein weiterer Germane in Magdeburg ist Ben Berressem, der neben seiner Landtagstätigkeit, Beisitzer der Friesen-Stiftung – der Landesstiftung der AfD Sachsen-Anhalt – ist.

Nicht nur nach Sachen-Anhalt zieht es die Burschenschaftler der Germania. Nach Thüringen hat es Torben Braga gezogen. Braga ist hier Pressesprecher des Landesverbandes und Teil des Landevorstands und darüber hinaus Berater von Björn Höcke. Marcel Grauf tat es ihm im Landtag in Baden Württemberg gleich. Er arbeitet dort seit geraumer Zeit für die AfD-Abgeordneten Christina Baum und Heiner Merz. Um Grauf gab es zuletzt wegen Äußerungen aus einem internen Chat wirbel. Hier offenbarte er ein menschenverachtendes, zutiefst rassistisches und antisemitisches Weltbild. Dieses gipfelte darin, das er anmerkte: “Immerhin haben wir jetzt so viele Ausländer im Land, dass sich ein Holocaust mal wieder lohnen würde.” Konsequenzen hat so etwas in der AfD nicht, im Gegenteil, die Berichterstattung darüber bezeichnet die Abgeordnete Christina Baum als Versuch, die AfD zu diskreditieren.

Hier wird deutlich, dass sich die MitarbeiterInnen der AfD aus dem gesamten extrem rechten Netzwerk speisen. Die AfD macht sich dies zu nutze, da sie aus ihrer Sicht, auf diese Weise gut ausgebildetes und ideologisch geschultes Personal bekommt. Es ist davon auszugehen, dass nach der hessischen Landtagswahl weitere MitarbeiterInnen aus dem extrem rechten Verbindungs- und Burschenschaftsmilieu von der AfD angestellt werden. Im Kontext der fortschreitenden Radikalisierung der Partei und der zunehmend völkischen Ausrichtung ist dieser Schritt nicht aus der Not geboren, sondern geschieht aufgrund eines übereinstimmenden Weltbildes.

Rückblick und Analyse der Antifa Mittelhessen zum Vorgehen gegen den Bundestagswahlkampf der AfD

Hessische Antifaschist*innen haben sich die Mühe gemacht im Rahmen eines Rückblicks mal zusammenzutragen, was so an Gegenaktivitäten in der Region gegen den Bundestagswahlkampf der AfD lief.

Dabei wurden wir mehrfach mit unsere Recherchen und Analysen der faschistischen “neuen” Rechten um AfD/JA/IB und Burschenschafter erwähnt. Auch ansonsten ein sehr lesenwerter Artikel, den wir euch hiermit ans Herz legen wollen.

Zu finden unter: https://de.indymedia.org/node/15358

Unpolitisch? Sympathien und Doppelmitgliedschaften von Verbindern des Coburger Convents und der Identitären Bewegung sowie extrem rechtes Gedankengut – an Beispielen aus Marburg

Im Zuge der Stadt.Land.Volk-Kampagne wurde ausführlich von den Verknüpfungen der Deutschen Burschenschaft zur Alternative für Deutschland (AfD) und Junger Alternative (JA), sowie zur „Identitären Bewegung“ berichtet. Die Marburger Burschenschaften Rheinfranken und Germania sind jedoch nicht die einzigen Korporationen, welchen diese Verflechtung zu extrem rechten Strukturen bewiesen werden kann.
Obwohl Verbindungen und Landsmannschaften, welche nicht der Deutschen Burschenschaft angehören, darauf bedacht sind, ein vergleichsweise liberales, sich von jeglichen Formen des Extremismus distanzierendes Bild abzugeben, lassen die folgenden Aktivitäten erheblichen Zweifel an der Ernsthaftigkeit dieser Bemühungen aufkommen.

Landsmannschaft Hasso-Borussia (Friedrich-Siebert-Weg 1):

Obwohl die Landsmannschaft Hasso Borussia auf ihrer Internetpräsenz schreibt: „Bei uns ist jedermann, egal welcher Nationalität, Hautfarbe, Konfession und politischer Einstellung willkommen, der diese Toleranz selbst leisten kann – Extremismus jeder Couleur schließt das kategorisch aus.“, gibt es Verbindungen zu der  faschistischen und vom Verfassungsschutz beobachteten „Identitären Bewegung“.

Heinrich Mahling ist mindestens seit 2015 bei der Hasso Borussia und bewegt sich seit Jahren im Dunstkreis der als

Naziburschenschaften bekannt gewordenen Marburger Germanen und Rheinfranken. Er ist Gründungsmitglied der Marburger Ortsgruppe der Identitären Bewegung, die sich Anfang Mai auf dem Haus der B!Germania gründete. Außerdem nimmt er eine Art Ortsgruppensprecherposition ein. Er unterzeichnet Mails der IB-Ortsgruppe Marburg und ist, als öffentlich bekanntes Mitglied der IB, die Kontaktperson für neue Mitglieder. Nachdem der öffentlich beworbende Stammtisch in Marburg nicht stattfand, erschien er wenige Tage später um interessierte Personen bei Vortreffen in Empfang zu nehmen. Nachdem keine Interessenten auftauchten, begab er sich direkt zum Haus der B!Germania, auf deren Haus damals auch schon die ersten IB-Aktionen vorbereitet wurden

Der aus Spremberg stammende Mahling hat sich schon als Jugendlicher politisch in der extremen Rechten verortet, wie Likes für die NPD, sowie Tommy Frenck (Neonazikader, der sich u.a. für das größte Neonazikonzert der BRD 2017 “Rock gegen Überfremdung” verantwortlich zeichnet) auf einem veralteten und von ihm nicht mehr gepflegtem Facebookprofil zeigen.

Öffentliche IB-Aktionen, an welchen er teilnahm, waren die Demos 2016 und 2017 in Berlin, die kläglich gescheiterte Besetzung des Justizgebäudes 2017 (Fotos mit Sonnenbrille), öffentliches Plakatieren für die IB im Lahn-Dill-Kreis 2017 und eine IB-Aktion am 22. September in Gießen. Des Weiteren ist Mahling auf einem Bild als Besucher eines Vortrags des IfS-Vorsitzenden Lichert auf der Nazivilla Germania zu erkennen.

 

(rot: Mahling, orange: vmtl. Pranschke)

Heinrich Mahling ist nicht die einzige Person innerhalb der Hasso Borussia, welche zweifelhaften Aktivitäten nachgeht. Auch sein Bundesbruder Ludwig Pranschke ist der Identitären Bewegung zuzurechnen.

Er ist Mitglied der einschlägigen Facebook-Gruppe „Verlag Antaios Freundeskreis“, welche sich aus Verbindern zusammensetzt, die allesamt entweder dem Teil des völkischen Flügels der AfD oder der IB angehören.

Da Ludwig Pranschke keine Posten in der AfD innehat, gehört er wohl zu den IB-Aktivisten in der Gruppe. Der Verlag Antaios, bildet den literarisch-propagandistischen Teil des extrem rechten Netzwerkes rund um den faschistischen Verleger und Autor Götz Kubitschek. Dieses ist maßgeblich für den Aufbau der Identitären Bewegung in Deutschland verantwortlich.
Außerdem ist auf einem Foto der letzten IB-Aktion in Gießen Mahling gemeinsam mit einer Person zu sehen, deren Haaransatz dem Ludwig Pranschkes verwechselnd ähnlich sieht (s.o). Dies und die Zugeörigkeit zu der Antaios-Gruppe lässt stark vermuten, dass auch Ludwig Pranschke Teil der Marburger IB-Ortsgruppe ist.

Zusammengefasst: Heinrich Mahling agiert seit Monaten offen als Kader der faschistischen Identitären und pflegt engen Kontakt zu den in Teilen dezidiert neonazistischen B!Germania und B!Rheinfranken. Zudem ist er mit wenigen Klicks im Internet als Neonazisymphatisant seit Schultagen identifizierbar. Die Tatsache dass sich in der Hasso Borussia Marburg niemand an seinen völkisch-faschistischen Untrieben stört, im Gegenteil, er mit Ludwig Pranschke dort nicht einmal als Einzelfall zu betrachten ist, zeigt wie unglaubwürdig die Abgrenzungsversuche der Hasso Borussia gegenüber extrem rechter Gesinnung und Betätigung in diesem Geiste sind.

Landsmannschaft Chattia (Lutherstraße 15):

Max Eise, war am 23. Juni im Vorfeld des Vortrags von Andreas Lichert (AfD-Hessen Vorsitz und Unterstützer der Identiären Bewegung, für deren Ortrsgruppe Kontrakultur er in Halle auch jünst als Bevollmächtigter im Hauskauf auftrat), auf dem Germanenhaus anwesend, verließ dieses jedoch wieder, als sich eine Kundgebung gegen diese Veranstaltung formierte. Was wohl aber nicht alle aus der Chattia taten. Trotz ihres Stiftungsfestes am selben Wochenende im Welcome Hotel (Pilgrimstein 29) ist auf einem von der Burschenschaft Germania veröffentlichen Bild der Veranstaltung mindestens eine Person mit blau, weiß, orange farbiger Schärpe zu erkennen. Bei dieser Farbkombination handelt es sich um die Farben der L!Chattia Marburg. Dies legt die Vermutung nahe, dass bei dem Vortrag auch Personen der Chattia Marburg anwesend waren.

(Mahling hinten links im Bild, die Farben der Chattia sind im Vordergrund links zu sehen)

Landsmannschaft Hasso-Guestfalia (Rothenberg 1c):


Daniel Christoph von der Hasso Guestphalia schreibt zu einem Video mit dem Titel “Black man murdered by the San Franzisco PD“, auf dem ein geistig verwirrter Schwarzer ohne Not von dutzenden Polizeikugeln durchlöchert wird: „Der hat sich wahrscheinlich im Bus nach vorne gesetzt“. , womit er offensichtlich auf die rassistische Gesetzgebung zu Seiten der Segregation in den USA anspielt, in deren Rahmen es Schwarzen nur erlaubt war in den hinteren Teilen von Nahverkehrsbussen zu sitzen.
Ein Foto des Coburger Convents kommentierte er mit „Ohne Bücher macht das ja auch nur halb so viel Spaß“.

Der erste aufgeführte Kommentar zeigt eine eiskalt menschenverachtende, rassistische Gesinnung. Am zweiten Kommentar ist deutlich zu sehen, dass Daniel Christoph auch vor einer Verherrlichung der Bücherverbrennung während des Nationalsozialismus nicht zurück schreckt. Der Coburger Convent läuft bekanntermaßen bei seinen jährlichem Pfingstkonvent in SA-Tradition, mit Fackeln ebene jene Route, welche schon die Nazis nahmen. Es gibt keinen Zweifel, worauf der Guestphale hier anspielt.
Außerdem gefallen ihm Beiträge der Identitären Bewegung wie zum Beispiel die “Willkommensaktion” der Kontrakultur Halle.
Wenn auch keine Belege existieren, dass Daniel Christoph, wie Mahling, in der IB-Marburg aktiv ist, scheint er zumindest Sympathisant dieser zu sein, in jedem Falle übertrifft er diese in Punkto Menschenfeindlichkeit mit seiner höhnisch-rassistischen Rechtfertigung verstörend-krasser Polizeigewalt.

Landsmannschaft Nibelungia (Hainweg 20):


Auch andere CC Verbindungen fallen immer wieder durch eine Nähe zu extrem rechtem Gedankengut auf. Wie zum Beispiel die Landsmannschaft Nibelungia. So tönt bei abendlichem Lagerfeuer ganz gerne mal das Lied „Deutschland den Deutschen“ von der Naziband „Ahnenblut“ aus ihrem Garten. So geschehen am 2. August 2017.

 

Ein Blick in die Satzung des Marburger Waffenrings, ein Zusammenschluss schlagender Verbindungen in Marburg, zeigt zudem noch einmal die Zusammenarbeit der Landsmann- und Turnerschaften aus dem Coburger Convent mit der Deutschen Burschenschaft.

Extrem rechte Postionen sind bei Studentenverbindungen kein Alleinstellungsmerkmal der Deutschen Burschenschaft. Zwar sticht dort die Dichte dieser Weltanschauungen heraus, dennoch tummeln sich auch im CC Nazis und Faschisten verschiedenster Prägungen. Auch wenn der CC sich gern von rechten Positionen abgrenzt, sprechen die Aktivitäten der Mitglieder eine andere Sprache.

Die Verbindung des CC’s in Marburg sollten sich auch im Kontext von gewalttätigen Übergriffen durch die örtliche Burschenschaft, wie auf dem diesjährigen Landeskongress der JA bei der B!Germania die Frage stellen, ob sie wirklich die Konsequenzen (antifaschistische Intervention, krititische Öffentlichkeit, staatliche Repression*) dafür tragen wollen, sich in diese völkisch-faschistische Front einzureihen!


*wobei es als Studentenverbindung  fast unmöglich ist in den Fokus von Sicherheitsbehörden zu geraten wie zuletzt im Rahmen einer SPD-Anfrage im hessischen Landtag als Folge unserer Recherchen zum JA-Landeskongress bekannt wurde

Zur Erinnerung: So sah es aus als die Burschen der Germania und der Beteiligung ihres Sprechers Maximilian Kolb (rot) und Sprechers a.D. Philip Stein (orange), versuchten Jagd auf Beobachter*innen machten, eben jener Personenkreis mit denen verschiedene Verbinder des CC’s in Marburg zunehmend klüngeln.

 


Für weitere Informationen über den Coburger Convent:

coburgerconvent.blogsport.de/
www.falsch-verbunden.net

https://www.antifainfoblatt.de/artikel/coburg-und-sein-convent-%E2%80%93-rechter-konsens-aktion

Hessischen Landesliste der AfD: Von Konzertausflügen mit Neonazis, Begeisterung für Faschisten und Applaus für Antisemiten

Bundestagswahlspezial zur AfD-Hessen

 

In den letzten Monaten ist auf diesem Blog, sowie in der Folge auch in verschiedenen Medien* von den Verbindungen hessischer AfD-Kader und Bundestagskandidat*innen weit ins faschistische Milieu berichtet worden. Auch eine Anfrage im hessichen Landtag zog dies schon nach sich. In Anbetracht der äußerst dürftigen Konsequenzen im zivilgesellschaftlich-medialen Umgang mit der AfD und den ebenso zahlreichen wie fadenscheinigen Distanzierungen seitens der fraglichen Funktionäre, widmen wir uns in diesem Text nochmals dem völkischen Netzwerk der hessischen AfD, anhand ihrer Liste für die Bundestagswahl, besonders dem Vorsitzenden des Parteinachwuchses Jan Nolte (Listenplatz 4), sowie dem bisherigen Biedermann Julian Schmidt (Listenplatz 9).

Julian Schmidt, AfD-Bundestagskandidat für den Wahlkreis Marburg-Biedenkopf, zeichnete sich lange Zeit durch öffentliche Zurückhaltung aus, bis der Ex-Zeitsoldat sich mit einem offenen Brief an Verteidigungsministerin von der Leyen wandte. Dieser war gespickt mit geschichtsrevisionistischen Thesen, so reduziert er den NS-Volksstaat auf „eine Gruppe von Verbrechern“, nennt den „ganz große[n] Teil der Wehrmacht nicht Täter, sondern Opfer“ und fordert zudem diesen genauso zu Gedenken wie „allen anderen Opfern der Naziherrschaft“. In einem Antwortschreiben auf die Skandalisierung dieser Aussagen durch „Buzzfeed“ will er sich davon auch in keinster Weise distanzieren, der Inhalt des Briefes widerspräche „weder den Leitlinien meiner Partei noch sonstigen gesellschaftlichen Konventionen in Deutschland“. In Bezug auf die AfD stimmt diese Aussage natürlich und auch der bundesrepublikanische Erinnerungsdiskurs ist in Zeiten von Medienspektakeln wie „Unsere Mütter – unsere Väter“ erfüllt vom ganz eigenen Geschichtsrevisionismus der „wiedergutgewordenen Deutschen“ (Eike Geisel). Mit historischer Realität oder aktuellem Forschungsstand hat seine verquere Weltsicht jedoch nichts zu tun.

Schmidt ist trotz seines Images klar Träger von Versatzstücken äußerst rechter Ideologie. Weitergehende Recherchen haben desweiteren zu Tage gefördert, dass er auch Kontakt zu militanten Neonazis pflegt. Das folgende Foto zeigt Schmidt beim Besuch eines „Böhse Onkelz“-Konzerts am 21.November 2016 zusammen mit Torsten Debus (Bildmitte), welcher seinen (Facebook-)Freund sowie seine Frau auch auf dem Bild verlinkte.

(Im roten Kasten, v.l.n.r. Torsten Debus, Jessica & Julian Schmidt)

 

Dieser ist Antifaschist*innen seit langem als Nazischläger und Hooligan bekannt, auf dem nächsten Bild ist Debus bspw. auf einem Neonazikonzert, in einem Shirt der neonazistischen Band „Sleipnir“ zu sehen, Arm in Arm mit einem jüngeren Neonazi, laut dessen Shirt Anhänger von „Combat 18“, dem militanten Arm des in Deutschland verbotenen „Blood and Honour“-Netzwerks, verantwortlich für zahlreiche Terrorakte und Gewalttaten.

Die Bilder zeigen wie scheinheilig die Abgrenzugsversuche und das Bemühen um Seriösität sind, wenn gleichzeitig Umgang mit Hardcore-Neonazis gepflegt wird. Daneben wirkt seine andauernde Zusammenarbeit mit dem “Identitären”-Faschisten und Burschenschafter der Germania Marburg Nils Grunemann, im Rahmen der Jungen Alternative Marburg fast nebensächlich.

Auch beim aktiven Bundeswehrsoldaten Jan Nolte, Kandidat für Waldeck-Frankenberg lohnt eine erneute Betrachtung. Der umtriebige Chef der dortigen AfD-Kreistagsfraktion, sowie der hessischen Jungen Alternative, hatte bereits vor einigen Monaten mit Vorwürfen zu kämpfen, da Antifaschist*innen auf Noltes privater Facebookseite Likes einschlägiger Neonazimarken entdeckten und dies nebst seiner Vorliebe für allerlei Germanenkitsch publik machten. Dieser löschte die Gefällt-mir-Angaben und saß die Sache mittels Leugnung einfach aus.

Doch lange währte die Ruhe nicht, denn am 29.04.2017 fand der hessische Landeskongress der Jungen Alternative auf dem Haus der berüchtigten Burschenschaft Germania Marburg statt. Die Ereignisse des Tages erregten einiges an Aufmerksamkeit, nachdem es dort zu gewalttätigen Übergriffen auf Fotograph*innen kam – was diese prompt in ausführlichen Bilderserien festhielten.

(rot: Maximilian Kolb, JA-Landesvorstand, AfD-Schwalm Eder, sowie Sprecher der B!Germania,  orange: Philip Stein, Gründungsmitglied v. “Ein-Prozent”, Sprecher der B!Germania a.D. und europaweit in neofaschistische Kreise vernetzt)

 

Die Fotos von Max Kolb, Sprecher der B!Germania und Mitglied des Landesvorstands der JA, wie er vermummt unter anderem gemeinsam mit dem Jungverleger faschistischer Klassiker und B!Germania Sprecher a.d. Philip Stein auf die Journalist*innen losging, fand einigen Widerhall in hessischen, aber auch in überregionalen Medien, da Torben Braga (ebf. B!Germania und enger Berater Höckes) diesen mit dem Auto der thüringischen AfD-Fraktion direkt zum Ort des Geschehens brachte. Aber irgendwie schaffte Nolte auch dies auszusitzen, vor allem dank komplett untätiger Behörden und dem mäßigen Interesse der Öffentlichkeit. Stattdessen gelang es der AfD im Marburger Kreistag sogar eine eigene Resolution, gerichtet gegen linke Gewalt, zur Annahme zu bringen.

Und auch die jüngst erfolgte Anfrage im hessischen Landtag zu Verbindungen von extremer Rechter und AfD-Hessen war geriet zur Farce. Mit Blick auf die Vorfälle auf dem JA-Landeskongress hatte die SPD angefragt, die Antwort der CDU bestand jedoch lediglich daraus das zu bestätigen, was die auf diesem Blog veröffentlichten Fotos ohnehin belegten – wenigernoch, über die hier komplett durchanalysierten strukturellen und politischen Verbindungen von völkischer Verbindungsszene, AfD uvm. sollte gar nichts gesagt werden um die Arbeit des Verfassungsschutzes nicht zu gefährden. Desweiteren deklarierte sie die “personellen Überschneidungen” sogleich als Einzefälle und auch von einer Beobachtung der JA-Hessen oder B!Germania Marburg durch den Verfassungsschutz wollte der Staatssekretär d. Inneren Koch nicht reden.

Letzteres wurde von Nolte anscheined sogleich aufgenommen. Auch er wurde von “Buzzfeed” mit seinen Verbindungen ins völkisch-faschistische Milieu konfrontiert, offenbar besonders mit den Ereignissen des Landeskongress. In seiner Antwortmail weist er dann auch jegliche Verantwortung von sich. So sei der in diesem Rahmen dokumentierte Handschlag mit dem “Blood and Honour”-nahen Neonazis und Burschen der Marburger Rheinfranken Lars Roth rein zufällig zustandegekommen, auch wenn er sich nicht ausdrücklich von diesem distanziert. Für die Germania hat er jedoch klare Worte, denn “Was die Burschenschaft Germania angeht, so ist für uns nicht die Einschätzung von Linksextremen maßgeblich, sondern die des Verfassungsschutzes” und für diesen scheinen extrem rechte Bestrebungen seit jeher irrelevant zu sein, insoweit sie von der Verbindungsszene ausgehen.

Besonders bemerkenswert finden wir aber seine Behauptung, die JA-Hessen arbeitete nicht mit der faschistischen “Identitären Bewegung” zusammen und sein Landesverband sei sogar der erste gewesen der einen Unvereinbarkeitsbeschluss verabschiedet habe. Und das ist nun einfach gelogen. Zwar gibt es diesen Beschluss tatsächlich, aber irrelevanter könnte er kaum sein. So gibt es zum einen diverse personelle Überschneidungen auf unterschiedlichen Ebenen. So abermals die Germania Marburg, die offenbar den größten Teil der “IB-Marburg” stellt, fand doch das Gründungstreffen, wie auch die Vorbereitung der ersten Aktionen auf dem Verbindungshaus statt. Der Germane und stellvertretende JA-Marburg Sprecher Nils Grunemann wurde sogar zum “Obmann der Identiären Bewegung Deutschland” gewählt. Noltes AfD-Kollege Andreas Lichert bot der IB schon in seiner Projektwerkstatt in Karben reichlich Raum und fungierte jüngst als Bevollmächtigter beim Kauf eines Hauses für den halleschen und bundesweit wohl bekanntesten Ableger der IB, “Kontra Kultur”.

Aber eigentlich ist ein Blick auf Nolte selbst am besten geeignet um die Fadenscheinigkeit seiner Behauptungen zu erkennen. So gefällt ihm die Facebookseite “Radical Esthétique” –  ein Ableger der identitären Bekleidungsmarke “Phalanx Europa”, scheinbar in Zusammenarbeit mit Philip Steins “Jungeuropa-Verlag”.

Während dort Klassiker faschistischer Literatur neu verlegt werden, bietet  “Radical Esthétique” die Mode und Lifestyle dazu. So posten sie betont lässige Bilder die sich immer wieder Faschisten und ihren Organisationen widmen – Jogginghose, Kippe und Capitan Codreanu, wohl bedeutendster rumänischer Faschist des 20. Jhd, so sieht für die Seitenbetreiber (und anscheinend auf Jan Nolte) ein entspannter Sonntag aus.

Oder es werden eigene Motive entworfen wie hier ein Portrait von José Moscardó Ituarte, General des faschistischen Spaniens:

(Der Post ist eine Anspielung auf den Klassiker faschistischer Literatur “Die Kadetten des Alcazar” von Robert Brasillach, Nazikollaborateur und Antisemit – neuverlegt von Philip Stein aka “Jungeuropa”)

 

Ihr Selbstverständnis ist eine Ansammlung heroisch-pathetischer Phrasen, gipfelnd in einem Verweis auf ihr Ziel – die (nationale) Revolution:

“Die Loyalität, die Ehre und der Mut des letzten Mannes, der ihn bis zum Tod kämpfen lässt. […]

Die Hoffnung, die zur Revolution wird! ”

Das es sich hier um ein dezidiert faschistisches Projekt handelt wird auch unter anderen durch diesem Post auf ihrem Instagram-Account deutlich:

Ist das Liktorenbündel für sich genommen schon historisches Symbol (nicht nur) der italienischen Faschisten, klärt spätestens der Hashtag #fascime (dt. Faschismus) auf.

Interessantester Post war aber wohl gleichzeitig das einzige Motiv das es bisher auf ein reales T-Shirt geschafft hat und zwar diese “Eisenfaust”, die auch Jan Nolte gefällt (sowie den Burschenschaftern Moritz Guth, Germania und Bastian Löhr Rheinfranken Marburg):

Und diese Faust hat es in sich. Die “Eiserne Faust” war eine informelle Vereinigung völkisch-nationalistischer Reichswehroffiziere, in denen besonders viele ehemalige Freikorpskämpfer organisiert waren. Sie existierte von 1919-1934 und war klar völkisch ausgerichtet. Sie war zwar faschistisch und antisemitisch ausgerichtet, jedoch nicht dezidiert nationalsozialistisch. Sie war ein völkisches Netzwerk, in dem sich im Sinne extrem rechter Politik ausgetauscht und vernetzt wurde. Historische Bedeutung erlangte sie mit der Einführung Hitlers durch Ernst Röhm, womit dieser wichtige Kontakte zur Reichswehr erhielt.

Seine Gefällt-mir-Angaben für diese Seite im Allgemeinen und die “Eisenfaust” im besonderen sprechen auf jeden Fall Bände über die Gesinnung Noltes. Die Vereinigung war prägend für die frühe Bewegungsphase der deutschen Faschisten. Aufgrund ihres völkischen Netzwerkcharakters und dem Anspruch eine Bewegung zu formen kommt man nicht umhin sich an die hessische AfD, sowie ihr Netzwerk von, Identitären, Burschenschaften und dem Institut für Staatspolitik erinnert zu fühlen (sowie dem Soldaten Nolte und Ex-Soldaten Schmidt). Insbesondere die faschistische, aber nicht dezidiert nationalsozialistische Ausrichtung machen sie als radikalen aber nicht völlig verbrannten Bezugspunkt attraktiv.

Eine Bühne für Antisemitismus

Die von seiner Kreistagsfraktion Waldeck-Frankenberg organisierte Wahlkampfveranstaltung passt dazu auch bestens ins Bild. Als Redner*innen waren neben den Direktkandidat*innen Christine Anderson (Pegida-FFM), Andreas Lichert (Institut für Staatspolitik) und Jan Nolte selbst, der Chefredakteur des antisemitschen Hetzblatts “Compact”, Jürgen Elsässer geladen.

(Bundestagskandidat Nolte war sichtlich angetan von den Worten Elsässers)

In der Fragerunde warnte er dann codiert in Form der jüdischen Familien Rothschild und Soros vor den Machenschaften “der Juden” benannte allein das Befassen mit diesen, wie im Rahmen seines verschwörungstheoretischen Magazins als “gefährlich” und bezeichnete sie als “heißes Eisen”. Gemäß seiner sogar gerichtsfest erprobten Taktik verdichtete er jüdische oder jüdisch klingende Namen, antikapitalistische Ressentiments gegen die Banken oder Währungspolitik, gegen “die da oben” und sogar den Parlamentarismus als solchen zu einem Gesamtbild, dass auch ohne konkrete Nennung bei seinen Hörer*innen das Bild des manipulierenden, allmächtigen “Finanzjudentums” entstehen lässt. Damit haben Nolte und seine AfD Waldeck-Frankenberg gezeigt, dass die AfD-Hessen nicht nur mit Martin Hohmann (Fulda, Platz 6) dem Antisemitismus und seiner geopolitischen Reproduktion als Antizionismus wieder Raum gewähren!

Die obigen Fundstücke zeigen erneut: menschenfeindliche Tendenzen in der AfD-Hessen sind hochaktuell, kein Einzelfälle und ziehen sich bis in höchste Kreise. Dazu hat die AfD-Hessen gezeigt, dass ihre völkisch-faschistische Ideologie durchaus auch in realen Gewalttaten mündet – mit Parteifunktionären mittendrin ohne das für diese oder ihre Partei irgendwelche Konsequenzen drohen würden! Wer AfD wählt kriegt zwar nicht unbedingt Neonazis, Faschist*innen aber in jedem Falle!


*Zuletzt ließ das Medienportal Buzzfeed verlautbaren, sie hätten alle 396 AfD-Bundestagskandidaten „durchleuchtet“ und seien dabei auf etwa 50 Personen gestoßen, die sich nicht von extrem Rechten abgrenzen oder selbst zu diesen zählen würden.

Wenngleich wir die Berichterstattung, vor allem im Hinblick auf ihre breite Rezeption in etablierten Medien begrüßen, sehen wir uns doch genötigt auch deutliche Kritik zu üben.

So stammt der größte Teil der Informationen offensichtlich aus antifaschistischen Recherchestrukturen, oder vorangegangen Berichten engagierter Journalist*innen. Dass diese Quellen nicht mitangegeben werden ist natürlich zunächstmal ärgerlich für eben diese, da so mögliche Aufmerksamkeit und wertschätzende Einordnung der Arbeit dieser Strukturen und Gruppen entfällt, was mit Blick auf das „linksunten.indymedia“-Verbot besonders schmerzt. In diesem Fall ist es zudem gefährlich, da das simple Googeln und Abschreiben von Facebookprofilen und Antifa-Recherche sicherlich kein „Durchleuchten“ einer Person darstellt. Verglichen mit der zumeist punktuell betriebenen Berichterstattung, die völkisch-nationalistische Tendenzen immer wieder als Einzelfälle durchgehen lassen, ist dies zwar ein Fortschritt, es wurde jedoch überhaupt nicht reflektiert, dass extrem rechte Propaganda in öffentlich einsehbaren Facebookprofilen lediglich die Spitze des Eisbergs ist. Mit dem Anspruch fast 400 Kandidat*innen „analysiert“ zu haben und nur bei 50 fündig geworden zu sein, werden somit fast 350 Kandidat*innen und somit der Großteil der AfD-Listen von völkischen, antisemitischen und faschistischen Tendenzen freigesprochen. Wie wir finden, ein schwerwiegender Fehler.

Broschüre zum Bundestagswahlkampf

 

Die hessische Landesliste der Alternative für Deutschland (AfD) zur Bundestagswahl 2017 und ihre Verbindungen zur extremen Rechten – ein Überblick (StadtLandVolk)

Mehrere Bundestagskandidaten der AfD haben nachweisliche Sympathien sowie Kontakte zur völkisch-faschistisch bis neonazistischen Szene.

 

Jan Nolte (Listenplatz 4)

Nolte ist Soldat bei der Bundeswehr in Frankenberg/Eder. Für die lokale AfD Waldeck-Frankenberg sitzt er  als Fraktionsvorsitzender  im Kreistag. Er ist auch in der Jungen Alternative (JA) Hessen als Vorsitzender aktiv und als Beisitzer im Bundesvorstand der JA.
Jan Nolte hat unter anderem eine Vorliebe für einschlägige rechte Szenemarken wie Pro Violence, die ein Magdeburger Nazihooligan vertreibt, und Walhall Athletik. Letztere wurde vom bayrischen Neonazi Daniel Weigel geründet, welcher im inzwischen verbotenen Freien Netz Süd organisiert war. Nach dem Antifaschist_innen darauf aufmerksam machten, löschte Jan Nolte die Likes. Desweiteren gefallen ihm diverse heidnisch-germanische Facebookseiten wie „True Viking Fans“ oder er postete auch gerne mal Odin-Bilder. Jan Nolte fühlt sich also offensichtlich sehr zu einer nordischen Kriegermythologie hingezogen, wie sie auch in der Nazisszene glorifiziert und zur Propaganda genutzt wird.
Am  29. Mai 2017 fand der Landeskongress der JA Hessen auf dem Haus der  extrem rechten Marburger Burschenschaft Germania (Deutsche Burschenschaft) statt. Ihre Mitglieder rekrutieren sich vor allem aus der neonazistischen Freien Kamaradschaftsszene, sowie der Identitären Bewegung (IB). Regelmäßig sind Mitglieder der B!Germania an Schlüsselpositionen der völkischen Bewegung Deutschlands wiederzufinden. Björn Höckes Pressesprecher Torben Braga ist Mitglied der Burschenschaft Germania Marburg, genauso wie Philipp Stein, ein Jungverleger faschistischer Literatur.  Daneben fungiert Stein als Führungsfigur der EinProzent Bewegung. Diese rechtsradikale Vernetzungs- und Finanzierungsplattform ist ein Gemeinschaftsprojekt mit Götz Kubitscheck, einem extrem rechten Verleger und Führungperson des Institut für Staatspolitik, eines „neurechten“ Thinktanks. Er treibt gemeinsam mit Philipp Stein massiv den Aufbau der extrem rechten Identitären Bewegung in Deutschland voran.
Beide waren wie Jan Nolte am Landeskongress der JA Hessen in Marburg Ende Mai anwesend. Mit Handschlag begrüßt wurde  Nolte von Lars Roth, einer hessischen Größe der Neonaziszene, welcher in letzter Zeit durch Mitorganisation von Nazikonzerten wie dem Eichsfelder Heimattag aufgefallen ist. Keine Minute danach griffen Lars Roth (mit einem Knüppel bewaffnet), Philipp Stein (aus dem Auto der AfD Thüringen, gefahren von Torben Braga) und zwei unbekannte Personen einen Fotografen an. Einige Minuten später kam es zu einem zweiten Angriff mit Pfefferspray und Schlägen aus einer mindestens zehnköpfigen vermummten Gruppe. Durch Fotos wurden Philipp Stein, ehemaliger Sprecher der Burschenschaft Germania Marburg, und Maximilian Kolb, Sprecher der Marburger Burschenschaft Germania und Beisitzer im Landesvorstand der JA Hessen, identifiziert. Mehr dazu auf dem Blog der Kampagne „Stadt Land Volk“ unter dem Titel „JA Landeskongress“.

 

Andreas Lichert (Listenplatz 7)

Lichtert ist im Vorstand des  AfD-Kreisverbandes Wetterau und im Landesvorstand der hessischen AfD. Auch Andreas Lichert ist im Institut für Staatspolitik des „neurechten“ Publizisten Götz Kubischek. Beide stehen der extrem rechten Identitären Bewegung nahe. Wie auch Nolte war er am 29. Mai 2017 auf dem Landeskongress der JA Hessen auf dem Haus der Germania Marburg, als AfDler und Burschen Fotograf_innen angriffen. Keine zwei Wochen nach dieser Veranstaltung fiel eine Marburger Ortsgruppe der IB durch eine Propaganda Aktion auf – die Vorbereitungen dafür fanden ebenfalls auf dem Haus der Marburger Burschenschaft Germania statt, wie IB Fotos zeigen. Auch in seiner Geschichtswerkstadt in Karben organisierte Andreas Lichert bereits 2013 Veranstaltungen mit der IB.
Ende Juni 2017 hielt er außerdem einen Vortrag auf dem Haus der Germania.

 

Julian Schmidt (Listenplatz 9)

Schmidt ist Kandidat der AfD Marburg Biedenkopf aus Angelburg Lixfelde hat Anfang des Jahres 2017 mit Simon Büssing und Nils Grunemann den JA-Kreisverband Marburg Biedenkopf gegründet. Nils und Simon kommen aus der Marburger Burschenschaftsszene, ersterer war 2013 bereits Sprecher der IB Deutschland und ist dann bei der Burschenschaft Germania in Marburg gelandet, zweiterer war Mitte 2015 noch Sprecher der Marburger Burschenschaft Armina (Neue Deutsche Burschenschaft). Nach einer Veröffentlichung unsererseits über die JA Marburg Biedenkopf behauptete die Burschenschaft Armina, sie habe Simon Büssing auf Grund seiner rechtsradikalen Positionen ausgeschlossen.
Der ehemalige Zeitsoldat Julian Schmidt fällt auch durch seine geschichtsrevisionistischen Positionen auf. So schrieb er einem Offenen Brief an die Verteidigungsministerin bezüglich der Bundeswehr und ihrer Wehrmachtstradition im Kontext des Auffliegens der rechtsradikalen Terrorgruppe um Franko Albrecht und andere Bundeswehrsoldaten. Diese waren, ganz ähnlich wie Schmidt, ebenfalls eng mit der IB und einer Burschenschaft der DB, nämlich der Danubia München  vernetzt. In seinem Brief versuchte er den Nationalsozialismus und seine Verbrechen als die Taten einer kriminellen Führungsriege darzustellen, in scharfer Abgrenzung zur Wehrmacht. „Der ganz große Teil der Wehrmachtssoldaten war nicht Täter, sondern Opfer“ (Julian Schmidt). Er leugnet damit die kollektive Zustimmung der Deutschen zum Nationalsozialismus und versucht die deutschen Täter_innen zu Opfern umzudeuten. Trotz zahlloser Kriegsverbrechen, sowie des Vernichtungsfeldzug im Osten in dessen Schutz der größte Teil der deutschen Tötungsmaschinierie arbeitete, steht er stolz zu dieser Mordbande.

 

 Martin Hohmann (Listenplatz 6)

Martin Hohmann aus Fulda war CDU-Bundestagsabgeordneter, bis er im Juli 2004 aufgrund einer antisemitischen Rede anlässlich des Tags der Deutschen Einheit 2003 aus der Partei ausgeschlossen wurde. In dieser hatte er den Verbrechen der Nazis angebliche jüdische Verbrechen gegenübergestellt. Er rückt so die Deutschen in eine Opferrolle, indem er Jüdinnen und Juden eine Täterschaft unterstellt. „Gibt es auch beim jüdischen Volk, das wir ausschließlich in der Opferrolle wahrnehmen, eine dunkle Seite in der neueren Geschichte oder waren Juden ausschließlich die Opfer, die Leidtragenden?“ (Martin Hohmann). Dies relativiert den industriellen Massenmord der Deutschen an Jüdinnen und Juden und zeichnet ein falsches Bild der Geschichte, welches den Jüdinnen und Juden eine Mitschuld an den Verbrechen der Nazis unterstellt. Ähnlich wie Julian Schmidt versucht auch Martin Hohmann, die Deutsche Geschichte umzudeuten, allerdings stellte Julian Schmidt nicht so offen eine jüdische Täterschaft in den Raum wie Martin Hohmann. Im Frühjahr 2016 trat Martin Hohmann in die AfD ein und kandidiert wieder für den Bundestag.

 

AfD, JA, IB und Nazis Hand in Hand für eine nationale Revolution

Der völkische Flügel der AfD um Björn Höcke hat seit der Gründung der Partei immer mehr an Einfluss gewonnen und hat sich immer wieder in innerparteilichen Konflikten durchgesetzt.  Vertreter dieses Flügels, wie Jan Nolte, haben keine Berührungsängste mit Nazis. Auch die Distanzierung dieser Kreise zu Gewalt ist mehr als fragwürdig. Dies sollte spätestens mit dem Angriff am 29. Mai 2017 am Rande des JA Hessen Landeskongress in Marburg, wo JA-Vertreter und Burschen mit Pfefferspray und Schlagstöcken Jagd auf Fotograf_innen machten, offensichtlich geworden sein. Personen wie Andreas Lichert oder Julian Schmidt haben nicht nur keine Berührungsängste mit der extrem Rechten IB, sondern treiben eine Zusammenarbeit mit dieser voran. Antisemitische Ausfälle wie der von Martin Hohmann passen da gut ins Bild und zeigen auf, dass an der „neuen Rechten“ gar nicht so viel Neues dran ist. Die zentralen Inhalte haben sich nicht verändert. Deshalb sollte klar sein: Jede Stimme für die AfD oder einen ihrer Kandidaten ist eine Stimme gegen die individuelle Freiheit und für eine faschistische Bewegung, die sich in und um die AfD konstituiert hat.

Gegen den Rechtsruck!
Keine Stimme für die AfD!

 

stadtlandvolk.noblogs.org

stadtlandvolk@riseup.net

 

>> Druckvorlage <<

MAX KOLB – Nazibursche und Nachwuchs-AfD´ler

17.06.1994

Lutherstraße 3

Marburg

dermaxkolb@web.de

Studiengang: Philosophie

(2. Bild, Kolb auf dem JA-Kongress in Marburg, 29.05.17)

Maximilian Kolb war federführend bei dem blamablen Versuch Antifas am Rande des JA-Kongress letzten April anzugreifen und von weiterer Dokumentation abzuhalten.

Er studiert an der Marburger Phillips-Universität Philosophie im 6. Semester. Unsere Aufmerksamkeit gilt ihm, seit er Burschenschafter bei der Marburger Germania wurde.

Dort avancierte er als Sprecher mittlerweile zum Obersten der Aktiven. Doch er ist nicht nur Nazi-Bursche, sondern auch gleichzeitig Funktionär der AfD, bzw. der Jungen Alternative.

So kandidierte er im März 2016 für diese bei den Kommunalwahlen, genau wie sein Vater, Werner Kolb, in seiner Heimatstadt Möhrshausen (Homberg/Efze). Im Gegensatz zu seinem Vater, welcher seitdem im Kreistag Schwalm-Eder sitzt, versagte er dort. Stattdessen tauchte er bald als Beisitzer im hessischen Landesvorstand der Jungen Alternative auf.

In dieser Doppelfunktion trieb er die Verflechtung von AfD und Korporationen der Deutschen Burschenschaft deutlich voran. So stammt ein bekennend völkischer Debattenbeitrag der JA-Hessen aus seiner Feder und deren jüngster hessischer Ortsverband, der Marburger, wurde mit mehreren Burschen in Führungsämtern gegründet, unter anderem einem weiteren Germanen Nils Grunemann, als 2. Vorsitzenden.

Dass die Marburger Burschenschaft Germania der extremen Rechten zuzuordnen ist, hat mittlerweile sogar die Oberhessische Presse erkannt, wohl nicht zuletzte aufgrund der Vorfälle um den JA-Landeskongress – ausgerichtet von der Marburger Germania!

Auf diesem kam es nicht nur zur Gründung des Marburger Ablegers der faschistischen und völkischen “Identitären Bewegung”, auch versuchten Mitglieder der Jungen Alternative, sowie Burschen der Germanen und Rheinfranken, gleich mehrfach und bewaffnet, dokumentierende Antifaschist*innen anzugreifen. Dabei scheiterten sie gleich in mehrfacher Hinsicht, wie umfangreiche Fotostrecken auf stadtlandvolk.noblogs.org belegen.

Max Kolb ist also erfolgreich in die Fußstapfen, des vorangegangen obersten Germanen Philipp Stein getreten, welcher wiederum auf dem besten Wege ist moderne faschistische Theoretiker ala Götz Kubitschek zu beerben.

Deshalb: Keine Ruhe für Faschisten wie Max!

>Kolb’s Outing als PDF<

Landeskongress der Jungen Alternative Hessen auf dem Haus der Marburger Burschenschaft Germania

Bewaffnete gewalttätige Übergriffe von Naziburschen und AfD-Funktionären – Gründung der IB-Ortsgruppe Marburg

In Marburg haben Antifaschist_innen den Landeskongress der Jungen Alternative Hessen dokumentiert. Die Veranstaltung fand in der Lutherstraße 3 auf dem Haus der Burschenschaft Germania Marburg statt. Anwesend waren neben den JA Vertreter_innen auch Torben Braga (AfD Tühringen und Berater von Björn Höcke), welcher mit Philipp Stein (EinProzent Bewegung) angereist war. Die gewalttätigen Übergriffe waren aber womöglich nicht das einzige pikante Ereignis an diesem Tag.

Wie EinProzent Bewegung, Identitäre Bewegung, JA, AfD und die Burschenschaft Germania Marburg verzahnt sind berichteten wir bereits, sowie auch über die lokalen Verbindungen von Burschen zur JA Marburg. Am 29.4.2017 trafen sich auf dem Haus der Germania Marburg extrem Rechte Akteure aus dem AfD-Parteispektrum, wie auch außerparlamentarischen Zusammenhängen. Zwei Wochen später kam es in Marburg zu verschiedenen Aktionen einer sogenannten Ortsgruppe der IB in Marburg. Um 6 Uhr morgens posierten einige Faschisten auf dem Marburger Schloss mit einem Transparent, ein weiteres wurden an einer Lahnbrücke angebracht. Gestaltet wurden die IB Transparente in den selben Räumen in welchen sich noch am 29.4. die JA Hessen zu ihrem Landeskongress traf, im Haus der Germania Marburg (wenn man sich den Boden auf den beiden folgenden Bildern anschaut, wird dies offensichtlich.):

Unklar bleibt, inwiefern eben jener Kongress als Gründungsereignis der IB-Marburg Ortsgruppe gedient hat.

Es wird immer offensichtlicher, dass die von uns bereits anhand von Einzelpersonen nachgezeichnete Zusammenarbeit von hessischen AfD-Strukturen mit völkischen Gruppierungen wie den obengenannten Burschenschaften oder der IB, vielmehr flächendeckend stattfindet.

Eine Entwicklung, wie sie sich ganz ähnlich auch in Hamburg, Halle oder Magdeburg abspielt.

 

Es folgt der Beitrag einiger Antifaschist_innen, der uns im Rahmen der StadtLandVolk-Kampagne zugesendet wurde:

 

Landeskongress der Jungen Alternative Hessen auf dem Haus der Marburger Burschenschaft Germania – Bewaffnete gewalttätige Übergriffe von Naziburschen und AfD-Funktionären

Bereits am Samstag, dem 29.04.2017, fand der Landeskongress der Jungen Alternative (JA) Hessen statt. Wie Antifaschist*innen erfuhren, wurde dazu auf das Haus der Burschenschaft Germania Marburg geladen und zur Verschwiegenheit ermahnt. Deren Verflechtung mit der AfD, insbesondere der Thüringer Fraktion, sowie dem hessischen Landes- und Marburger Ortsverband der JA, sind seit geraumer Zeit bekannt.

Kritik darüber blieb bisher weitesgehend aus, obwohl die protofaschistisch bis neonazistische Ausrichtung der Burschenschaft Germania schon mehrfach belegt wurde.

Als Antifaschist*innen sich dann an besagtem Tag in die Lutherstraße begaben, fanden sie ihre Vermutung sehr bald bestätigt, nachdem führende Köpfe des Landesverbandes der JA-Hessen anreisten und sich zu den benachbarten Anwesen der Burschenschaften Germania und Rheinfranken begaben (zu den noch deutlicheren neonazistischen Bezügen bei den Rheinfranken).

Nach einiger Zeit wurden aber auch die fotografierenden Antifaschist*innen bemerkt und sogleich bepöbelt. Doch dabei blieb es nicht, denn nur wenig später ereigneten sich kurz nacheinander zwei Übergriffe. Zunächst griff eine vierköpfige, teilweise bewaffnete Gruppe, darunter der Germane Philip Stein und der Rheinfranke Lars Roth, einen Fotografen an.

Kurz darauf sammelte und vermummte sich eine etwa zehnköpfige Gruppe an der gemeinsamen Einfahrt von Germanen und Rheinfranken, um sodann unvermittelt weitere dokumentierende Antifaschist*innen anzugreifen. Beim zweiten Mal setzten die Angreifer zudem Pfefferspray ein. Auch hier war Philip Stein dabei, sowie Max Kolb, Beisitzer im Vorstand der JA-Hessen und amtierender Sprecher der Germania Marburg.

Interessant ist, wie involviert die Burschenschafter der Rheinfranken an diesem Tag waren. So waren sie zu jeder Zeit mit von der Partie, ob nun beim Empfang der JA-Vorsitzenden oder bei Bedrohungen und Angriffen auf Antifaschist*innen. Insbesondere da erst letztes Jahr im Rahmen des Rheinfranken-leaks bekannt wurde, dass deren Mitglieder auch gern mal mit Hakenkreuzfahnen posieren. So haben wir beispielsweise einen Handschlag des 1. Vorsitzenden der JA-Hessen, Jan Nolte, mit dem Rheinfranken Lars Roth auf Foto festhalten können. Dieser ist wie seine Bundesbrüder umtriebiger Neonazis mit Kontakten bis hin zu Blood and Honour.

Wir haben uns von alldem jedoch nicht aufhalten lassen und können euch so die unten angehängten Fotoserien der Anreise, Übergriffe, sowie eine (unvollständige) Bildserie der anwesenden Personen präsentieren.

Dies ist desweiteren als unser Beitrag zur Kampagne “Stadt, Land, Volk” zu sehen!

 

 

Hier die Fotos:

Anreise Jochen Roos (Stellvertretender Vorsitzender JA-Hessen) und Unbekannt1 in der Lutherstraße:

Fabian Flecken (Co-Vorsitzender JA-Hessen) parkt erst in der Lutherstraße, entscheidet sich dann aber doch anders:

Jan Nolte (Vorsitzender JA Hessen und Listenplatz 4 (!) für Bundestagswahl) reist in der Lutherstraße an:

Lars Roth (Rheinfranke, hinlänglich bekannt in der mitteldeutschen Neonazisszene) und Unbekannt2 grüßen Nolte

Nolte steigt mit Unbekannter aus dem Taxi, begrüßt Roth und Unbekannt2 und geht mit ihnen gemeinsam zum Germania-Haus

Der weiter oben erwähnte Handshake von Nolte und Roth:

 

Philipp Stein und Torben Braga reisen gemeinsam an:

 

Der erste Übergriff:

Kurz nachdem der von Torben Braga gefahrene Bus am Fotografen vorbei ist, macht sich ein vermummter aus der Einfahrt von Germanen und Rheinfranken auf…

Um sogleich zu versuchen den Fotografen einzuschüchtern

Lars Roth und der Unbekannte2 stehen schon bereit, undeutlich ist schon zu erkennen, dass Roth mit einem Knüppel bewaffnet ist:

Einschüchtern klappt nur nicht so gut, so dass er mit seinem Handy Hilfe herbeiruft:

Und nun seinerseits beginnt den Fotografen abzufilmen:

Kurz bevor der Fotograf attackiert wird, steigt Philipp Stein aus dem Bus und kommt sofort angerannt:

Aufgrund der akuten Bedrohungslage zieht der Fotograf sich zurück:

Doch der vermummte und Stein und kurz darauf auch Roth und der Unbekannte2 setzen ihm nach:

Kann aber fliehen:

Stein in eindeutiger Geste – er hat wohl ziemlich Bock:

Roth mit Knüppel, der Unbekannte2 im weißen Hemd setzt hier an um dem Fotografen den Weg abzuschneiden:

Der Rest versucht noch zu folgen:

Bricht aber ab:

Auf diese kleine Hetzjagd klatschen die beiden erstmal ab:

Und natürlich geben sich auch Stein und Roth die Hand: 

Kurze Zeit später kommt auch der Unbekannte2 im weißen Hemd zurück, das Wegabschneiden war anscheinend erfolglos:

Auch er war bewaffnet, mit einem Teleskopschlagstock:

 

Der 2. Übergriff, wenige Minuten später:

Diese Fotos entstanden wenige Minuten nachdem ersten Angriff

Benjamin Haasis (posiert gerne vor Hakenkreuzfahnen)

Zusammen mit Lars Roth und einem weiteren Unbekannten versuchten sie auch hier Antifaschist*innen einzuschüchtern, entschieden sich jedoch erstmal zum Rückzug:

Lars Roth, immer noch mit Knüppel bewaffnet

durchs Gebüsch zurück zum Germanenhaus

Kurz danach wurde es ziemlich hektisch auf dem Germanenhaus, als etwa 10 junge Männer die Einfahrt herunterkamen sich dort versammelt und sogleich vermummten.

Sie fackelten nicht lange und stürmten auf die Fotografierenden zu.Es folgen Jagdszenen:

Dies war nicht die komplette Gruppe, einige weitere versuchten auch in dieser Situation den Antifaschist*innen den Weg abzuschneiden

Es kam zu einer Konfrontation, in der die vermummte Gruppe Pfefferspray einsetzte; wird hier aus der Tasche gezogen.

Aber auch anderweitig wurde mehrfach versucht die Fotografierenden zu attackieren.

Kurze Zeit später kommen sie wieder hoch

Als sie in Reichweite der Kamera kommen entmummen sie sich dankenswerterweise nacheinander, Philipp Stein macht den Anfang

Es folgen die beiden unbekannten

Und zuletzt auch:

Max Kolb, Sprecher der Burschenschaft Germania Marburg, Beisitzer im Vorstand der JA-Hessen und Kommunalwahlkandidat auf der Liste der AfD-Homberg/Efze (für die sein Vater auch im Kreistag sitzt)

Weiter anwesende Personen:

Unbekannter alter Mann

Dominik Claasen (Stellvertretender JA-Landesvorsitzender) auf dem Beifahrersitz

 

Andreas Lichert (AfD-Landesvorstand Hessen)

Fabian Flecken (Co-Vorsitzender der JA-Hessen, Patriotische Plattform)Simon Büssing, ehemaliger Sprecher der Burschenschaft Arminia Marburg und Vorsitzender der JA-Marburg

unbekannt

Zusammengefasst: Die JA-Hessen paktiert also ganz offen mit einer Vereinigung, die sich ganz selbstverständlich als “rechtsradikal” (so Stein im oben verlinkten Zeit Artikel) versteht und netzwerkt munter mit Personen, die Kontakte zu allerlei offen faschistisch oder völkisch gesinnten Gruppen haben, bis hin in die militante Neonaziszene. Darüberhinaus wird das Treffen vermutlich genutzt um einen weiteren Ableger der faschistischen Identitären Bewegung zu gründen.

Und zu guter Letzt werden dort, während der Anreise der hochrangigen JA- und AfD-Funktionäre mehrfach kritische Beobachter angegriffen und zwar koordiniert, vermummt und bewaffnet, unter federführender Beteiligung von JA- und AfD-Funktionären!