Burschen-Aktuell

Liebe Landesregierung,

im Nachgang zu den Übergriffen auf Fotograf*innen rund um den Landeskongress im vergangenen April, wurde im August 2017 von der hessischen SPD-Landtagsfraktion eine kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt, welche Aufklärung über die Verstrickung der Jungen Alternative mit verfassungsfeindlichen Gruppierungen, wie der Identitären Bewegung und Ein-Prozent, bringen sollte. Von der Landesregierung wurden daraufhin „vereinzelt Verbindungen in Form von Personenüberschneidungen zwischen rechtsextremistischen Gruppierungen und der, “Jungen Alternative” festgestellt”. Es kann jedoch bei einem Großteil der Angreifer, welche bei dem Angriff am hessischen JA-Landeskongress beteiligt waren, belegt werden, dass diese Teil der Identitären Bewegung sind oder eng mit dieser zusammenarbeiten.
Im Falle Philip Steins wurde von der Landesregierung von einem “ehemalige(n) Verbindungsstudent” gesprochen. Hier wurde ignoriert, dass es sich bei Burschenschaften um ein Lebensbundprinzip handelt. Das heißt, dass selbst Alte Herren sind noch Teil der jeweiligen Burschenschaft sind. Das Lebensbundprinzip ist eins der zentralen Prinzipien von Burschenschaften.
Philip Stein ist jedoch nicht einmal Alter Herr, sondern wird als Inaktiver geführt. Inaktive sind Teil der Aktivitas, welche temporär von ihrer universitären Pflicht freigestellt werden. In Entscheidungen sind diese weiterhin involviert, sie haben zu diesem Zeitpunkt den Hauptteil der burschenschaftlichen Pflichten weiterhin zu tragen.

Die Landesregierung glänzte bei ihrer Antwort auf die Anfrage nicht gerade durch Kompetenz und auch von der SPD wäre zu erwarten gewesen, diese stümperhafte Antwort nicht unwidersprochen hinzunehmen. Mag das Handeln der Landesregierung schon irgendwo zwischen Ignoranz und Vertuschung einzuordnen sein, lässt die Nachlässigkeit der SPD einen nachdrücklichen Willen zur Aufklärung vermissen.
Dass staatliche Behörden rechte Aktuer_innen völlig falsch einschätzen, ist mittlerweile ein alter Hut. In dem Fall, bei dieser Faktenlage, jedoch nocheinmal besonders herauszustellen.

Es folgen nun Rechercheergebnisse zu Pesonen, welche bei dem Übergriff am Tag des JA-Landeskongresses beteiligt waren, als auch zu Personen, die daran zwar nicht beteiligt waren, jedoch zu den drei Marburger DB!Burschenschaften gehören aus welchen sich Kader der Identitären Bewegung, der Jungen Alternative sowie anderer extrem rechter Vereinigungen entwickeln. Die folgenden Personen sollte man in Marburg und auch überregional kennen und im Auge behalten sollte.

Burschenschaft Germania Marburg (Lutherstraße 3)

Dass die Burschenschaft Germania Marburg kein Naziproblem hat sondern eines Naziproblem ist, wurde in den letzten Jahren schon an verschiedenen Stellen offengelegt. Die alten und die neuen Mitglieder bestätigen dies immer wieder. So auch in diesem Semester (weiterführende Links: 1 und 2).

 

Nils Grunemann tauchte bereits 2013 in den Führungskreisen der Identitären Bewegung Deutschland auf. Mindestens seit 2015 ist er bei der Marburger Burschenschaft Germania untergekommen. Anfang des Jahres gründete er gemeinsam mit Simon Büssing und dem Marburger Bundestagskandidaten der AfD, Julian Schmidt ( weiterführende Links: 1 und 2), die Junge Alternative Marburg-Biedenkopf.

 

 

Maximilian Kolb  ist in der AfD und in der Jungen Alternative (JA) aktiv. Für die JA saß er, bis zum Landeskongress am 28.10.2017, im Landesvorstand Hessen als Beisitzer. Für die Burschenschaft Germania Marburg trat er schon als Sprecher auf. Am 29.4.2017 war er bei dem bewaffneten Angriff auf Fotograf_innen in der Lutherstraße, die den Landeskongress der JA Hessen dokumentierten, federführend. Maximilian Kolbs Vater, Werner Kolb, ist politisch ebenfalls rechts zu verorten. Er sitzt für die AfD als Abgeordneter im Kreistag Schwalm-Eder und auch der Bruder von Maximilian, Alexander Kolb, fällt auf Facebook unteranderem durch IB-Likes auf. Hier liegt die Überzeugung für rechte Ideologie wohl in der Familie.

 

 

 

 

Moritz Hermann Otto Georg Nieder war zuletzt Aktivensprecher der Burschenschaft Germania Marburg. Auf seinen Wegen durch die Stadt verklebt er gerne Aufkleber der Identitären Bewegung. Wie bei Maximilian Kolb ist auch der Vater von Moritz, Achim Nieder (Oststraße 5, 38272 Burgdorf), in der AfD. Er ist auf der Niedersächsischen Landesliste der AfD für die Bundestagswahl auf Listenplatz 16 zu finden.
Achim Nieder ist Alter Herr der Frankonia Erlangen. Die Frankonia Erlangen hat, wie die Germania Marburg, die DB! als Dachverband. Im Jahr 2015 hat sie den “Zwischentag”, eine Messe extrem rechter Verlage und Organisationen, ausgerichtet. Gäste in diesem Jahr waren zum Beispiel der wegen Hetze zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilte Michael Stürzenberger, Esther Seitz vom Widerstand West-Ost und Karl-Heinz Hoffmann, welcher die Wehrsportgruppe Hoffmann gründete und führte. Philip Stein war in diesem Jahr ebenfalls bei der Messe und auch die Jahre zuvor waren Mitglieder der Marburger Burschenschaft Germania dort vertreten.
Frank Miksch, ebenfalls bei der Frankonia Erlangen, ist NPD-Aktivist und arbeitete mit dem Freien Netz Süd zusammen. Er übernahm am 18.Februar 2012 mit Matthias Fischer die Demonstrationsleitung bei einer “Eilversammlung” mit dem Thema “gegen linke Gewalt”. Matthias Fischer war Teil der 2014 verbotenen Vereinigung “Freies Netz Süd”, nach dem Verbot ging das FNS in der Nachfolgeorganisation “Partei III.Weg” auf. Außerdem wurde er auf einer Kontaktliste von Uwe Mundlos als Nürnberger Kontakt geführt.
Die Germania Marburg und Frankonia Erlangen sind beide ganz eindeutig Naziburschenschaften. Es ist also kein Zufall, dass Moritz Nieder bei der Germania Marburg gelandet ist. Moritz und sein Vater sind beides Naziburschenschafter und rechtspolitisch aktiv.

Der Vater sitzt, wie bei Maximilian Kolb, für die AfD im Kreistag, der Sohn ist Teil der Identitären Bewegung und geht mit seinen Bundesbrüdern, unteranderem mit Maximilian Kolb, auf Fotograf_innen los. Stark rechtes Gedankengut scheint auch bei der Familie Nieder Tradition zu haben.

 

 

 

 

Heinrich Mahling war bis Spätsommer 2017 Mitglied der Hasso Borussia (Friedrich-Siebert-Weg 1). Mitte Oktober wurde er in der Marburger Innenstadt als IB-ler geoutet. Im Outing noch als Mitglied der Hasso Borussia benannt, ist dieser nun zu der Burschenschaft Germania Marburg gewechselt.

Mit Heinrich Mahling hat die Burschenschaft Germania nun den ersten öffentlich auftretenden “Identitären” in ihren Reihen. Seit Heinrich Mahling in Marburg lebt, hat dieser Kontakt zu Mitgliedern der Germanen. Da kommt ein Wechsel zur Germania Marburg nur wenig überraschend.

 

 

 

 

Till Weckmüller ist im Laufe des letzen Jahres von der Marburger Burschenschaft Rheinfranken zur Burschenschaft Germania Marburg gewechselt.
Geboren ist er am 19.12.1995. Seine Neonazikarriere begann er schon in Rheinhessen. Dort war er bei der Nazipartei Der Dritte Weg aktiv, hatte aber auch Kontakte zum Hooligan-Spektrum von Waldhof Mannheim und zu LuNaRa (Ludwigsburger Nazis und Rassisten). Till Weckmüller war maßgeblich an einem Anschlag auf den Verein Arab Nil-Rhein in Mainz beteiligt. In Marburg begann er ein Jurastudium und wurde Burschenschafter.
Jedes Jahr am 11. Februar findet in Budapest der sogenannte “Tag der Ehre” statt. Der Anlass dieser Veranstaltung ist der am 11. Februar 1945 erfolgte Versuch deutscher und ungarischer Faschisten sich aus einem Kessel der Roten Armee zu befreien. Auch wenn nur wenige dies überlebten, wird dieser als tapfer verklärte Befreiungsversuch von Neonazis gefeiert. Seit 1997 werden die Gedenkveranstaltungen vom ungarischen Blood&Honor-Ableger veranstaltet. Es handelt sich hierbei um einen jährlich stattfindenden Treffpunkt europäischer Neonazis und Blood&Honor Aktivisten.
Till Weckmüller nahm im Jahr 2017 an diesem Treffen teil, was die militante Ausprägung seiner Ideologie veranschaulicht.
Diese zeigt sich neben dem Anschlag auf einen islamischen Kulturverein und dem Besuch von Blood&Honor-Veranstaltungen, außerdem auch konkret in Marburg.
Auch Till Weckmüller war am 29.4.2017 am Übergriff auf Fotograf_innen am Rande des Landeskongress der Jungen Alternative Hessen in der Lutherstraße beteiligt. Mit einem Ninjapulli vermummt, griff er diese mehrfach mit Tritten und Schlägen an. Dass die Fotograf_innen hiervon nicht ernsthaft verletzt wurden, war ihr Glück. Till Weckmüller scheint nicht ungeübt im Kampfsport zu sein. Er wurde mehrfach in einem Kampfsportverein in Marburg gesehen.

 

 

 

Die Marburger Burschenschaft Germania ist eine Kaderschmiede der extremen Rechten. Seit einigen Jahren versucht die Germania zunehmend durch eine altbekannte Inszenierung von ihrem Nazi-Image wegzukommen. Dies ist jedoch nicht als inhaltlicher Bruch misszuverstehen. Die Hinwendung zur “Neuen Rechten” hat taktische Gründe. So treiben sie den Ausbau der Identitären Bewegung voran und organisieren nach wie vor einschlägige Vorträge, zuletzt über Ernst Jünger, gehalten von Werner Bräuninger. Der Historiker ist vor allem für seine Bücher und Texte über den historischen Nationalsozialismus in der Kritik, in welchen er über einen nicht-hitleristischen Flügel und Personen wie Stauffenberg den Nationalsozialismus als solchen zu retten versucht. Seit 2014 besucht die Germania jährlich die Casa Pound in Italien. Es handelt sich hier um eine italienische faschistische Organisation, die seit Jahren Menschen, welche nicht in ihr konstruiertes Bild einer italienischen Volksgemeinschaft passen, angreifen und töten. 2015 führte die Germania Marburg, als Vorsitzende der Deutschen Burschenschaft, mit der Casa Pound ein Interview, in welchem Philip Stein sich höchst bewundernd über diese äußert. Dieses Interview wurde in den Burschenschaftlichen Blättern 1/2015, der Zeitung der DB!, abgedruckt. 2017 sprach Philip Stein über “Das organische Weltbild und die ökologische Revolution” bei einem Autorentreffen der Nazizeitung Umwelt und Aktiv. In diesem Vortrag nennt er die Casa Pound als vorbildliche Bewegung, mit welcher er “in ganz gutem Kontakt” (min.31:39) stehe.

Burschenschaft Rheinfranken Marburg (Lutherstraße 5)

Auch die Marburger Burschenschaft Rheinfranken ist bekannt für ihr Dasein als akademische Nazikameradschaft. Am 24.11.2017 fand auf dem Haus der Rheinfranken ein Vortrag zu angeblich fehlerhafter Geschichtsschreibung, welche für nationaler Selbsverachtung verantwortlich sei, statt. Gehalten wurde dieser von Gerd Schultze-Rhonhof.
Dieser spricht immer wieder vor Vertreter_innen der extremen Rechten, auch im Antaios-Verlag erschien schon eine Veröffentlichung eines Gesprächs mit ihm und Kubitschek.
Er war auch schon mehrfach in Marburg zu Besuch. Zum Beispiel hielt er 1998 bei den Rheinfranken einen Vortrag mit dem Thema “Braucht der Soldat ein Vaterland?”. Am 03.02.2007 war er bei der Burschenschaft Germania und hielt einen Vortrag im Zuge der von den Germanen organisierten Vortragsreihe “Marburger Diskurs”, welche regelmäßig extrem rechten Referenten eine Plattform bot. Am 01.12.2009 referierte er dann zu “Das Tschechisch-Deutsche Drama von 1918 bis 1939”. Gerd Schultze Rhonhoff ist ein geschichtsrevisionistischer Gerneralmajor a.D., welcher das schreiben für sich entdeckt hat. In seinem Buch “Der Krieg, der viele Väter hatte”, behauptet Gerd Schultze Rhonhof “, daß in den Jahren von 1933 bis 1938 557.000 Juden ihr polnisches Heimatland verlassen (mussten) und Zuflucht im benachbarten Deutschland (…)” suchten (Schultze-Rhonhof 2017: 394). Grund hierfür seien antisemitische Progrome in Polen gewesen (vgl.ebd.).
Dieses Beispiel zeigt den Versuch, die Geschichte umzuschreiben und die Schuld des NS-Zeit von den Deutschen zu nehmen. Geschichtsrevisionismus ist zentraler Teil einer extrem rechten Ideologie. Diese wiederholte Einladung von Gerd Schultze-Rhonhof zeigt mal wieder die politischen Gesinnung der Rheinfranken.

 

 

Heinrich Theodor Zerries war schon als er noch in Brauenschweig lebte Mitglied einer Schülerburschenschaft, ebenso wie Jens-Erik Möhle. Beide fanden gemeinsam mit Beginn des Studiums ihren Weg zur Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Neben seinem BWL Studium verfolgt Heinrich Theodor Zerries sein Engagement für extrem rechte Positionen auch in Marburg weiter. So ist es kein Wunder, dass er bei der Marburger Burschenschaft Rheinfranken gelandet ist, wo sich Nazis seit eh und je wohlfühlen.
Zerries auf Klassenfahrt in Griechenland

 

 

 

 

Lars Roth ist der Konkneipant der Rheinfranken. Begonnen hat seine Nazikarriere im Umfeld der Berserkern Kirtorf und der Division Mittelhessen. Hessen- und auch deutschlandweit ist Lars Roth mit Neonazis und Faschist_innen jeglicher Coleur, gut vernetzt. Er hat Kontakte zu militanten Neonazigruppierungen wie den Hammerskins und Blood&Honor, besuchte ein von den Hammerskins organisiertes Konzert und trat als Ordner beim Eichsfelder Heimattag 2013 auf, welcher von dem Blood&Honor-Aktivisten Thorsten Heise organisiert wurde.
In den Jahren 2015 und 2016 war er in die Organisation des Rechtsrockfestivals “Rock für Identität” involviert. Auch 2017 war er in Themar bei der Veranstaltung “Rock gegen Überfremdung” anwesend.

Lars Roth in Themar ©Ramaswamy

Lars Roth attackierte gemeinsam mit Luis Wehweck, beide mit Schlägstöcken bewaffnet, Fotograf_innen am Rande des JA Hessen Landeskongesses Ende April 2017 in der Marburger Lutherstraße.

 

 

Titus Vinzenz Teichmann ist wohl seit 2014 bei den Rheinfranken. Er ist der Leibbursche von Lars Roth. Am Anfang einer jeden Burschenschafter-laufbahn wählt der Fux einen der vollberechtigten Mitglieder aus, welcher ihn durch seine Fuxenzeit begleitet und ihm in allen Angelegenheiten zur Seite gestellt ist. In den meisten Fällen haben der Leibbursch und der Leibfux ein sehr inniges Verhältnis zu einander, so auch Titus Teichmann und Lars Roth.

Über rechte Aktivitäten von Titus Teichmann ist bislang nur wenig bekannt, doch seine Mitgliedschaft bei den Rheinfranken und seine enge Freundschaft zu Lars Roth zeigen seine Nähe gegenüber extrem rechten Positionen. Seine Facebook-Likes bestätigen dies nocheinmal. Ihm gefallen zum Beispiel “Phalanx Europa”, “Jugend für das Leben”, “IB Niedersachsen” und “The Conservative Revolution”

 

 

Lukas Reuter fiel schon als Jugendlicher durch die Verbreitung von extrem rechtem Gedankengut auf. Er nahm an mehreren Naziaufmärschen teil z.B. 2013 in Dortmund und Grünberg. 2014 tauchte Lukas Reuter dann bei der Marburger Burschenschaft Rheinfranken auf. Der aus Rauschholzhausen stammende Lukas war am 3.6.2016 an einem Angriff auf die linke Kneipe Havanna Acht in Marburg beteiligt, bei dem eine Flasche durch eine Scheibe geworfen wurde.

 

 

Sebastian Spahn wohnte mit Benjamin Haasis in einer gemeinsamen Wohnung, als beide schon Aktive der Burschenschaft Rheinfranken Marburg waren. Sebastian Spahn scheint ebenso wie alle anderen Rheinfranken an nationalsozialistischen Ideen interessiert zu sein. So posierte er gemeinsam mit seinem damaligen Mitbewohner Benjamin Haasis in einem Militariamuseum begeistert vor einer Hakenkreuzfahne.

Benjamin und Sebastian im Militariamuseum

 

 

Tobias Heuwinkel kommt aus 32758 Detmold und ist vermutlich seit 2016 bei den Rheinfranken. Er studiert Archäologie und ist regelmäßig in der Philosophischen Fakultät anzutreffen. Er besuchte am 03.06.2016 den Vortrag von Dubravko Mandic auf dem Rheinfrankenhaus. Der AfD-Funktionär Dubravko Mandic ist dem völkischen Flügel der AfD zuzurechnen. Gegen ihn lief ein internes Parteiausschlussverfahren, wegen seiner offen neonazistischen und rassistischen Äußerungen. Zu dem Zeitpunkt des Vortrages war Tobias Heuwinkel noch kein Rheinfranke, denen er sich im Wintersemester 2016 anschloss. Dass er diesen Vortrag besuchte und sich letztendlich für die Burschenschaft Rheinfranken entschied, ist nicht verwunderlich. Die Facebookseite von Tobias Heuwinkel (Tobias von Stroheck) zeigt, wie bei seinen Bundesbrüdern, ebenfalls eine extrem rechte Gesinnung. Ihm gefällt unter anderem die Burschenschaft Thessalia Prag zu Bayreuth.

Diese war maßgeblich für den 2011 gestellten “Arier-Antrag” verantwortlich, welchen die Burschenschaft Raczek zu Bonn letztendlich öffentlich machte und damit den Austritt mehrerer Burschenschaften provozierte, sowie für eine Hinentwicklung zu einer öffentlicheren Radikalisierung und Bekenntnis zu extrem rechten Positionen der Burschenschaften innerhalb der DB!. Außerdem wurde bekannt, dass Mario Brehme, einer der engsten Vertrauten und Unterstützer des NSU, jahrelang auf dem Haus der Burschenschaft Thessalia Prag zu Bayreuth lebte und Teil dieser war.
Auch die Burschenschaft Thuringia Braunschweig, welche Tobias Heuwinkel zu gefallen scheint, gehört zu den extrem rechten Burschenschaften.

Zurzeit ist sie die Vorsitzende der Deutschen Burschenschaft. Seit 1988 veranstaltet die Burschenschaft Thuringia Braunschweig das “Deutschlandseminar”. Hierbei handelt es sich um ein Vernetzungtreffen der extremen Rechten.
Damit nicht genug referierte Anfang 2017 Klaus Grotjahn auf dem Haus der Thuringia, seine Autobiografie “Von der 8,8 cm-Flak zur SS-Division Nordland. Im Endkampf um Berlin”. Diesen Vortrag hielt dieser auch schon beim “Dritten Weg” und der Partei “Die Rechte”. Aktivisten der “Identitären Bewegung”, “Junge Nationaldemokraten”, AfD-ler und Mitglieder der Jungen Alternative sind immer wieder Gäste auf dem Haus der Thuringia.
Dieses Semester ist Tobias Heuwinkel nun auch ganz bei den Rheinfranken angekommen. Er lud für den Vortrag von Gerd Schultze-Rhonhoff am 24.11.2017 auf das Rheinfrankenhaus ein.

 

Die Marburger Burschenschaft Rheinfranken ist ein Sammelbecken für Neonazis sowohl aus dem Marburger Umland als auch aus dem restlichen Bundesgebiet. Der sogenannte Rheinfranken-Leak, der aktuell leider nicht mehr im Internet zu finden ist, legte unteranderem den antisemitischen Grundkonsens der Rheinfranken offen. Die Fuxenkladde der Rheinfranken ist jedoch online noch zu finden. Im Internet existieret zurzeit kein vernünftiger Artikel zu dem gesamten Leak. In der Ausgabe 65 des Lotta-Magazins kann jedoch mehr darüber gelesen werden (Lotta#65, 34f.). Ihre Mitglieder waren in den letzten Jahren an mehreren Angriffen auf politische Gegner_innen, wie am 29.4.2017 oder auch an Angriffen auf das Havanna Acht beteiligt.

Burschenschaft Normannia Leipzig zu Marburg (Barfüßerstraße 14)

Mindestens seit Ende des Sommersemesters 2016 und dem Anfang des darauf folgenden Wintersemesters begannen die Burschenschaften Germania Marburg und Rheinfranken Marburg (beide Deutsche Burschenschaft) mit der Rettung der dritten noch in Marburg bestehenden DB Verbindung die Burschenschaft Normannia Leipzig zu Marburg. Nach dem Kristopher Müller (ehmaliger Sprecher der Normannia Leipzig) sein Studium beendet hatte und dem Aktivendasein bei der Normannia Leipzig zu Marburg den Rücken kehrte, stand diese wohl wegen mangelnden Nachwuchs vor dem aus.

 

 

Luis Wehweck war bis Mitte des Jahres 2016 bei der Marburger Burschenschaft Germania zuhause. Doch trat er der Burschenschaft Normannia Leipzig zu Marburg bei, als diese wegen Personalmangel vor dem Aus stand. Luis Wehweck tat sich am Rande des Landeskongres der Jungen Alternative Hessen ende April 2017 auf dem Haus der Marburger Burschenschaft Germania durch seine Beteiligung an mindestens zwei Übergriffen auf Fotograf_innen hervor, wobei er mit einem Teleskopschlagstock bewaffnet Jagd auf diese machte. Luis Wehweck ist auch Teil der Ortsgruppe der Identitären Bewegung. Am 13. Oktober traf sich die IB-Ortsgruppe Marburg auf dem Germanenhaus. An diesem Abend war Luis Wehweck ebenfalls auf dem Haus zu Besuch. Seine Facebooklikes (Facebookname: Arthur Weber) zeigen außerdem die Sympathien Wehwecks gegenüber der Identitären Bewegung. Seine Likes reichen von “Reconquista Germanica” und dem IB-Rapper “Komplott”(Patrick Bass, Germania Marburg, Bundesbruder) über “Kontrakultur Halle” und “Generation Identitaire”.

 

 

Spätestens im Herbst 2016 zog auch der Rheinfranke Adrien Volkmann zur Burschenschaft Normannia Leipzig. Wie sich Adrien politisch verortet, wird an einem Sticker auf seinem Auto offensichtlich. Auf diesem prangte längere Zeit ein Aufkleber mit dem Logo der “Artgemeinschaft- Germanische Glaubensgemeinschaft”.

 

Logo der Artgemeinschaft: Adler erlegt Fisch

Dies ist eine germanisch-heidnische Sekte, welche völkische Ideologie, rechtsextreme Politik und heidnischen Glauben vereint um gegen die moderne Welt vorzugehen. Axel Schunk war bis 2015 Leiter des Vereins und unteranderem bei der heute verbotenen Wiking Jugend aktiv. Aktueller Leiter der Artgemeinschaft ist Jens Bauer aus Elsteraue/Bornitz.

André Eminger, einer der Angeklagten im Verfahren gegen den NSU-Komplex hat an Treffen teilgenommen und auch aus der verbotenen Struktur “Blood&Honor” sind regelmäßig Personen anwesend. Es handelt sich bei der “Artgemeinschaft-Germanische Glaubensgemeinschaft” um einen Verein, welcher eng mit rechtsterroristischen Strukturen Deutschlands verwoben ist.
Es ist festzustellen, dass Adrien Volkmann nicht der einzige in seiner Familie ist, welcher von extrem rechter Ideologie Überzeugt ist. Wie bei Maximilian Kolb und Moritz Nieder ist auch in der Familie Volkmann die Weltanschauung von Adrien nichts besonderes.

Die Mutter von Adrien, Sigrid Volkmann wohnhaft in 72660 Beuren im Zeilackerweg 49, ist AfD-Sympathisantin und von der IB begeistert. Außerdem scheint ihr der IB-Rapper Chris Ares zu gefallen, der mit Lines wie “mein opa er lehrte mich ehre und stolz, ich kämpf bis zum tod mit nem herzen aus gold” oder “wir gehen schon viel zu lange gebückt (…) wir machen uns gerade für das Land unserer Ahnen, ja wir kämpfen für die Ahnen hier im Land” auffällt.

Sigrid Volkmann hat außerdem ein Foto von der ehemaligen NPD-Funktionärin Sigrid Schüßler geliked, welche 2016 wegen Volksverhetzung verurteilt wurde. Auf dem Foto ist auch Björn Clemens zu sehen. Dieser ist Alter Herr der Rheinfranken, verdient als Neonazianwalt sein Geld und fungiert als Rechtsbeistand mancher Aktivitas.

1.vli. Björn Clemens, 2.v.li Sigrid Schüßler

Auch der Vater, Jürgen Volkmann, ist AfD-Sympathisant.

Adrien Volkmann ist also noch ein Marburger DB!Bursche, dessen extrem rechtes Gedankengut wohl schon im Kinder- oder Jugendalter ausgebildet wurde.
Adrien Volkmann war am 13.Oktober, wie Luis Wehweck, ebenfalls auf dem Germanenhaus.
Auf Facebook zeigt er außerdem Interesse an einem “Kriegsverdienstkreuz” mit eingelassenem Hakenkreuz

und mit etwas Glück kann man ihn in der Barfüßerstraße 14 auch ab und an mit einem Nazishirt, (zum Beispiel von FSN TV) am Fenster sehen.

 

 

Spätestens im Frühjahr 2017 folgte der Rheinfranke Benjamin Haasis seinem Freund Adrien Volkmann zur Burschenschaft Normannia Leipzig zu Marburg. Benjamin ist seit seiner Jugend in der Neonaziszene verankert, was bereits im Rheinfranken Leak (der zur Zeit nicht im Internet zu finden ist: mehr dazu in der Lotta Ausgabe 65) ausführlich durchleuchtet wurde. Er pflegt eine sehr ausgeprägte Begeisterung für das Kaiserreich und die NS-Zeit. Schon auf Klassenfahrten war er in Rechtsrock-shirts unterwegs.

Benjamin Haasis auf Klassenfahrt

 

 

Die Marburger Burschenschaften Germania und Rheinfranken sind ihren Bundesbrüdern der Normannia Leipzig zu Marburg helfend zurseite getreten um deren Nachwuchsproblem aufzufangen und eine warscheinliche Auflösung der Burschenschaft Normannia Leizig zu Marburg vorerst zu verhindern. Ob Adrien Volkmann, Benjamin Haasis und Luis Wehweck nun Teil der Aktivitas der Normannia Leipzig zu Marburg sind ist bis dato unklar, eventuell handelt es sich bei ihnen auch um Stützburschen(1). Es ist offensichtlich, dass die drei Verbindungen der Deutschen Burschenschaft in Marburg sowohl im Kampf um die Straße in einer Reihe stehen, als sich auch in dem Erhalt und Ausbau ihrer Strukturen tatkräftig unterstützen.

Wechsel in den Marburger DB!Burschenschaften

Alles Nazis und Söhne von Nazis…

Die Geschehnisse in diesem und in den letzten Jahren zeigen, bei allen drei DB! Verbindungen gibt es kein Naziproblem sondern sie sind das Naziproblem. Die Tatsache, dass ein Landeskongress der Jungen Alternative auf dem Haus einer solchen Burschenschaft stattfinden und Mitglieder der JA und Germania Marburg am Tag des Landeskongresses gemeinsam mit Personen der Rheinfranken Marburg und der Normannia-Leipzig zu Marburg auf Fotograf*innen losgehen, zeigt die Verwobenheit der Jungen Alternative mit extrem rechten Burschenschaftern. Bei fast allen Mitgliedern der drei Marburger DB! Burschenschaften können extrem rechte Umtriebe und die dazugehörige Ideologie festgestellt und belegt werden. Die Junge Alternative ist also mit Burschenschaftern vernetzt, welche Teil von verfassungsfeindlichen Organisationen (wie unter anderem die SPD das nennen würde) wie der Identitären Bewegung sind. Diese Verpflechtungen wurden im Laufe der Kampagne Stadt.Land.Volk immer wieder thematisert. Spätestens nach dem JA-Landeskongress am 29.04. sollte dies endgültig offensichtlich geworden sein. Statt dem Netzwerk (neu-)rechter Aktuer_innen jedoch ernsthaft auf den Grund zu gehen ließ sich die SPD mit einer dürftigen Antwort seitens der Landesregierung abspeisen.
Die AfD noch immer nicht als Teil der extremen Rechten zu erkennen und stattdessen als legitimen Teil einer parlamentarischen Demokratie anzuerkennen, halten wir für fatal.

Wir fordern deshalb die AfD und die JA endlich als das zu benennen, was sie ist: eine völkisch, rassistische Kraft die den parlamentarischen Arm eines extrem rechten Projekts darstellt.

Rückblick und Analyse der Antifa Mittelhessen zum Vorgehen gegen den Bundestagswahlkampf der AfD

Hessische Antifaschist*innen haben sich die Mühe gemacht im Rahmen eines Rückblicks mal zusammenzutragen, was so an Gegenaktivitäten in der Region gegen den Bundestagswahlkampf der AfD lief.

Dabei wurden wir mehrfach mit unsere Recherchen und Analysen der faschistischen “neuen” Rechten um AfD/JA/IB und Burschenschafter erwähnt. Auch ansonsten ein sehr lesenwerter Artikel, den wir euch hiermit ans Herz legen wollen.

Zu finden unter: https://de.indymedia.org/node/15358

Hessischen Landesliste der AfD: Von Konzertausflügen mit Neonazis, Begeisterung für Faschisten und Applaus für Antisemiten

Bundestagswahlspezial zur AfD-Hessen

 

In den letzten Monaten ist auf diesem Blog, sowie in der Folge auch in verschiedenen Medien* von den Verbindungen hessischer AfD-Kader und Bundestagskandidat*innen weit ins faschistische Milieu berichtet worden. Auch eine Anfrage im hessichen Landtag zog dies schon nach sich. In Anbetracht der äußerst dürftigen Konsequenzen im zivilgesellschaftlich-medialen Umgang mit der AfD und den ebenso zahlreichen wie fadenscheinigen Distanzierungen seitens der fraglichen Funktionäre, widmen wir uns in diesem Text nochmals dem völkischen Netzwerk der hessischen AfD, anhand ihrer Liste für die Bundestagswahl, besonders dem Vorsitzenden des Parteinachwuchses Jan Nolte (Listenplatz 4), sowie dem bisherigen Biedermann Julian Schmidt (Listenplatz 9).

Julian Schmidt, AfD-Bundestagskandidat für den Wahlkreis Marburg-Biedenkopf, zeichnete sich lange Zeit durch öffentliche Zurückhaltung aus, bis der Ex-Zeitsoldat sich mit einem offenen Brief an Verteidigungsministerin von der Leyen wandte. Dieser war gespickt mit geschichtsrevisionistischen Thesen, so reduziert er den NS-Volksstaat auf „eine Gruppe von Verbrechern“, nennt den „ganz große[n] Teil der Wehrmacht nicht Täter, sondern Opfer“ und fordert zudem diesen genauso zu Gedenken wie „allen anderen Opfern der Naziherrschaft“. In einem Antwortschreiben auf die Skandalisierung dieser Aussagen durch „Buzzfeed“ will er sich davon auch in keinster Weise distanzieren, der Inhalt des Briefes widerspräche „weder den Leitlinien meiner Partei noch sonstigen gesellschaftlichen Konventionen in Deutschland“. In Bezug auf die AfD stimmt diese Aussage natürlich und auch der bundesrepublikanische Erinnerungsdiskurs ist in Zeiten von Medienspektakeln wie „Unsere Mütter – unsere Väter“ erfüllt vom ganz eigenen Geschichtsrevisionismus der „wiedergutgewordenen Deutschen“ (Eike Geisel). Mit historischer Realität oder aktuellem Forschungsstand hat seine verquere Weltsicht jedoch nichts zu tun.

Schmidt ist trotz seines Images klar Träger von Versatzstücken äußerst rechter Ideologie. Weitergehende Recherchen haben desweiteren zu Tage gefördert, dass er auch Kontakt zu militanten Neonazis pflegt. Das folgende Foto zeigt Schmidt beim Besuch eines „Böhse Onkelz“-Konzerts am 21.November 2016 zusammen mit Torsten Debus (Bildmitte), welcher seinen (Facebook-)Freund sowie seine Frau auch auf dem Bild verlinkte.

(Im roten Kasten, v.l.n.r. Torsten Debus, Jessica & Julian Schmidt)

 

Dieser ist Antifaschist*innen seit langem als Nazischläger und Hooligan bekannt, auf dem nächsten Bild ist Debus bspw. auf einem Neonazikonzert, in einem Shirt der neonazistischen Band „Sleipnir“ zu sehen, Arm in Arm mit einem jüngeren Neonazi, laut dessen Shirt Anhänger von „Combat 18“, dem militanten Arm des in Deutschland verbotenen „Blood and Honour“-Netzwerks, verantwortlich für zahlreiche Terrorakte und Gewalttaten.

Die Bilder zeigen wie scheinheilig die Abgrenzugsversuche und das Bemühen um Seriösität sind, wenn gleichzeitig Umgang mit Hardcore-Neonazis gepflegt wird. Daneben wirkt seine andauernde Zusammenarbeit mit dem “Identitären”-Faschisten und Burschenschafter der Germania Marburg Nils Grunemann, im Rahmen der Jungen Alternative Marburg fast nebensächlich.

Auch beim aktiven Bundeswehrsoldaten Jan Nolte, Kandidat für Waldeck-Frankenberg lohnt eine erneute Betrachtung. Der umtriebige Chef der dortigen AfD-Kreistagsfraktion, sowie der hessischen Jungen Alternative, hatte bereits vor einigen Monaten mit Vorwürfen zu kämpfen, da Antifaschist*innen auf Noltes privater Facebookseite Likes einschlägiger Neonazimarken entdeckten und dies nebst seiner Vorliebe für allerlei Germanenkitsch publik machten. Dieser löschte die Gefällt-mir-Angaben und saß die Sache mittels Leugnung einfach aus.

Doch lange währte die Ruhe nicht, denn am 29.04.2017 fand der hessische Landeskongress der Jungen Alternative auf dem Haus der berüchtigten Burschenschaft Germania Marburg statt. Die Ereignisse des Tages erregten einiges an Aufmerksamkeit, nachdem es dort zu gewalttätigen Übergriffen auf Fotograph*innen kam – was diese prompt in ausführlichen Bilderserien festhielten.

(rot: Maximilian Kolb, JA-Landesvorstand, AfD-Schwalm Eder, sowie Sprecher der B!Germania,  orange: Philip Stein, Gründungsmitglied v. “Ein-Prozent”, Sprecher der B!Germania a.D. und europaweit in neofaschistische Kreise vernetzt)

 

Die Fotos von Max Kolb, Sprecher der B!Germania und Mitglied des Landesvorstands der JA, wie er vermummt unter anderem gemeinsam mit dem Jungverleger faschistischer Klassiker und B!Germania Sprecher a.d. Philip Stein auf die Journalist*innen losging, fand einigen Widerhall in hessischen, aber auch in überregionalen Medien, da Torben Braga (ebf. B!Germania und enger Berater Höckes) diesen mit dem Auto der thüringischen AfD-Fraktion direkt zum Ort des Geschehens brachte. Aber irgendwie schaffte Nolte auch dies auszusitzen, vor allem dank komplett untätiger Behörden und dem mäßigen Interesse der Öffentlichkeit. Stattdessen gelang es der AfD im Marburger Kreistag sogar eine eigene Resolution, gerichtet gegen linke Gewalt, zur Annahme zu bringen.

Und auch die jüngst erfolgte Anfrage im hessischen Landtag zu Verbindungen von extremer Rechter und AfD-Hessen war geriet zur Farce. Mit Blick auf die Vorfälle auf dem JA-Landeskongress hatte die SPD angefragt, die Antwort der CDU bestand jedoch lediglich daraus das zu bestätigen, was die auf diesem Blog veröffentlichten Fotos ohnehin belegten – wenigernoch, über die hier komplett durchanalysierten strukturellen und politischen Verbindungen von völkischer Verbindungsszene, AfD uvm. sollte gar nichts gesagt werden um die Arbeit des Verfassungsschutzes nicht zu gefährden. Desweiteren deklarierte sie die “personellen Überschneidungen” sogleich als Einzefälle und auch von einer Beobachtung der JA-Hessen oder B!Germania Marburg durch den Verfassungsschutz wollte der Staatssekretär d. Inneren Koch nicht reden.

Letzteres wurde von Nolte anscheined sogleich aufgenommen. Auch er wurde von “Buzzfeed” mit seinen Verbindungen ins völkisch-faschistische Milieu konfrontiert, offenbar besonders mit den Ereignissen des Landeskongress. In seiner Antwortmail weist er dann auch jegliche Verantwortung von sich. So sei der in diesem Rahmen dokumentierte Handschlag mit dem “Blood and Honour”-nahen Neonazis und Burschen der Marburger Rheinfranken Lars Roth rein zufällig zustandegekommen, auch wenn er sich nicht ausdrücklich von diesem distanziert. Für die Germania hat er jedoch klare Worte, denn “Was die Burschenschaft Germania angeht, so ist für uns nicht die Einschätzung von Linksextremen maßgeblich, sondern die des Verfassungsschutzes” und für diesen scheinen extrem rechte Bestrebungen seit jeher irrelevant zu sein, insoweit sie von der Verbindungsszene ausgehen.

Besonders bemerkenswert finden wir aber seine Behauptung, die JA-Hessen arbeitete nicht mit der faschistischen “Identitären Bewegung” zusammen und sein Landesverband sei sogar der erste gewesen der einen Unvereinbarkeitsbeschluss verabschiedet habe. Und das ist nun einfach gelogen. Zwar gibt es diesen Beschluss tatsächlich, aber irrelevanter könnte er kaum sein. So gibt es zum einen diverse personelle Überschneidungen auf unterschiedlichen Ebenen. So abermals die Germania Marburg, die offenbar den größten Teil der “IB-Marburg” stellt, fand doch das Gründungstreffen, wie auch die Vorbereitung der ersten Aktionen auf dem Verbindungshaus statt. Der Germane und stellvertretende JA-Marburg Sprecher Nils Grunemann wurde sogar zum “Obmann der Identiären Bewegung Deutschland” gewählt. Noltes AfD-Kollege Andreas Lichert bot der IB schon in seiner Projektwerkstatt in Karben reichlich Raum und fungierte jüngst als Bevollmächtigter beim Kauf eines Hauses für den halleschen und bundesweit wohl bekanntesten Ableger der IB, “Kontra Kultur”.

Aber eigentlich ist ein Blick auf Nolte selbst am besten geeignet um die Fadenscheinigkeit seiner Behauptungen zu erkennen. So gefällt ihm die Facebookseite “Radical Esthétique” –  ein Ableger der identitären Bekleidungsmarke “Phalanx Europa”, scheinbar in Zusammenarbeit mit Philip Steins “Jungeuropa-Verlag”.

Während dort Klassiker faschistischer Literatur neu verlegt werden, bietet  “Radical Esthétique” die Mode und Lifestyle dazu. So posten sie betont lässige Bilder die sich immer wieder Faschisten und ihren Organisationen widmen – Jogginghose, Kippe und Capitan Codreanu, wohl bedeutendster rumänischer Faschist des 20. Jhd, so sieht für die Seitenbetreiber (und anscheinend auf Jan Nolte) ein entspannter Sonntag aus.

Oder es werden eigene Motive entworfen wie hier ein Portrait von José Moscardó Ituarte, General des faschistischen Spaniens:

(Der Post ist eine Anspielung auf den Klassiker faschistischer Literatur “Die Kadetten des Alcazar” von Robert Brasillach, Nazikollaborateur und Antisemit – neuverlegt von Philip Stein aka “Jungeuropa”)

 

Ihr Selbstverständnis ist eine Ansammlung heroisch-pathetischer Phrasen, gipfelnd in einem Verweis auf ihr Ziel – die (nationale) Revolution:

“Die Loyalität, die Ehre und der Mut des letzten Mannes, der ihn bis zum Tod kämpfen lässt. […]

Die Hoffnung, die zur Revolution wird! ”

Das es sich hier um ein dezidiert faschistisches Projekt handelt wird auch unter anderen durch diesem Post auf ihrem Instagram-Account deutlich:

Ist das Liktorenbündel für sich genommen schon historisches Symbol (nicht nur) der italienischen Faschisten, klärt spätestens der Hashtag #fascime (dt. Faschismus) auf.

Interessantester Post war aber wohl gleichzeitig das einzige Motiv das es bisher auf ein reales T-Shirt geschafft hat und zwar diese “Eisenfaust”, die auch Jan Nolte gefällt (sowie den Burschenschaftern Moritz Guth, Germania und Bastian Löhr Rheinfranken Marburg):

Und diese Faust hat es in sich. Die “Eiserne Faust” war eine informelle Vereinigung völkisch-nationalistischer Reichswehroffiziere, in denen besonders viele ehemalige Freikorpskämpfer organisiert waren. Sie existierte von 1919-1934 und war klar völkisch ausgerichtet. Sie war zwar faschistisch und antisemitisch ausgerichtet, jedoch nicht dezidiert nationalsozialistisch. Sie war ein völkisches Netzwerk, in dem sich im Sinne extrem rechter Politik ausgetauscht und vernetzt wurde. Historische Bedeutung erlangte sie mit der Einführung Hitlers durch Ernst Röhm, womit dieser wichtige Kontakte zur Reichswehr erhielt.

Seine Gefällt-mir-Angaben für diese Seite im Allgemeinen und die “Eisenfaust” im besonderen sprechen auf jeden Fall Bände über die Gesinnung Noltes. Die Vereinigung war prägend für die frühe Bewegungsphase der deutschen Faschisten. Aufgrund ihres völkischen Netzwerkcharakters und dem Anspruch eine Bewegung zu formen kommt man nicht umhin sich an die hessische AfD, sowie ihr Netzwerk von, Identitären, Burschenschaften und dem Institut für Staatspolitik erinnert zu fühlen (sowie dem Soldaten Nolte und Ex-Soldaten Schmidt). Insbesondere die faschistische, aber nicht dezidiert nationalsozialistische Ausrichtung machen sie als radikalen aber nicht völlig verbrannten Bezugspunkt attraktiv.

Eine Bühne für Antisemitismus

Die von seiner Kreistagsfraktion Waldeck-Frankenberg organisierte Wahlkampfveranstaltung passt dazu auch bestens ins Bild. Als Redner*innen waren neben den Direktkandidat*innen Christine Anderson (Pegida-FFM), Andreas Lichert (Institut für Staatspolitik) und Jan Nolte selbst, der Chefredakteur des antisemitschen Hetzblatts “Compact”, Jürgen Elsässer geladen.

(Bundestagskandidat Nolte war sichtlich angetan von den Worten Elsässers)

In der Fragerunde warnte er dann codiert in Form der jüdischen Familien Rothschild und Soros vor den Machenschaften “der Juden” benannte allein das Befassen mit diesen, wie im Rahmen seines verschwörungstheoretischen Magazins als “gefährlich” und bezeichnete sie als “heißes Eisen”. Gemäß seiner sogar gerichtsfest erprobten Taktik verdichtete er jüdische oder jüdisch klingende Namen, antikapitalistische Ressentiments gegen die Banken oder Währungspolitik, gegen “die da oben” und sogar den Parlamentarismus als solchen zu einem Gesamtbild, dass auch ohne konkrete Nennung bei seinen Hörer*innen das Bild des manipulierenden, allmächtigen “Finanzjudentums” entstehen lässt. Damit haben Nolte und seine AfD Waldeck-Frankenberg gezeigt, dass die AfD-Hessen nicht nur mit Martin Hohmann (Fulda, Platz 6) dem Antisemitismus und seiner geopolitischen Reproduktion als Antizionismus wieder Raum gewähren!

Die obigen Fundstücke zeigen erneut: menschenfeindliche Tendenzen in der AfD-Hessen sind hochaktuell, kein Einzelfälle und ziehen sich bis in höchste Kreise. Dazu hat die AfD-Hessen gezeigt, dass ihre völkisch-faschistische Ideologie durchaus auch in realen Gewalttaten mündet – mit Parteifunktionären mittendrin ohne das für diese oder ihre Partei irgendwelche Konsequenzen drohen würden! Wer AfD wählt kriegt zwar nicht unbedingt Neonazis, Faschist*innen aber in jedem Falle!


*Zuletzt ließ das Medienportal Buzzfeed verlautbaren, sie hätten alle 396 AfD-Bundestagskandidaten „durchleuchtet“ und seien dabei auf etwa 50 Personen gestoßen, die sich nicht von extrem Rechten abgrenzen oder selbst zu diesen zählen würden.

Wenngleich wir die Berichterstattung, vor allem im Hinblick auf ihre breite Rezeption in etablierten Medien begrüßen, sehen wir uns doch genötigt auch deutliche Kritik zu üben.

So stammt der größte Teil der Informationen offensichtlich aus antifaschistischen Recherchestrukturen, oder vorangegangen Berichten engagierter Journalist*innen. Dass diese Quellen nicht mitangegeben werden ist natürlich zunächstmal ärgerlich für eben diese, da so mögliche Aufmerksamkeit und wertschätzende Einordnung der Arbeit dieser Strukturen und Gruppen entfällt, was mit Blick auf das „linksunten.indymedia“-Verbot besonders schmerzt. In diesem Fall ist es zudem gefährlich, da das simple Googeln und Abschreiben von Facebookprofilen und Antifa-Recherche sicherlich kein „Durchleuchten“ einer Person darstellt. Verglichen mit der zumeist punktuell betriebenen Berichterstattung, die völkisch-nationalistische Tendenzen immer wieder als Einzelfälle durchgehen lassen, ist dies zwar ein Fortschritt, es wurde jedoch überhaupt nicht reflektiert, dass extrem rechte Propaganda in öffentlich einsehbaren Facebookprofilen lediglich die Spitze des Eisbergs ist. Mit dem Anspruch fast 400 Kandidat*innen „analysiert“ zu haben und nur bei 50 fündig geworden zu sein, werden somit fast 350 Kandidat*innen und somit der Großteil der AfD-Listen von völkischen, antisemitischen und faschistischen Tendenzen freigesprochen. Wie wir finden, ein schwerwiegender Fehler.

Broschüre zum Bundestagswahlkampf

 

Die hessische Landesliste der Alternative für Deutschland (AfD) zur Bundestagswahl 2017 und ihre Verbindungen zur extremen Rechten – ein Überblick (StadtLandVolk)

Mehrere Bundestagskandidaten der AfD haben nachweisliche Sympathien sowie Kontakte zur völkisch-faschistisch bis neonazistischen Szene.

 

Jan Nolte (Listenplatz 4)

Nolte ist Soldat bei der Bundeswehr in Frankenberg/Eder. Für die lokale AfD Waldeck-Frankenberg sitzt er  als Fraktionsvorsitzender  im Kreistag. Er ist auch in der Jungen Alternative (JA) Hessen als Vorsitzender aktiv und als Beisitzer im Bundesvorstand der JA.
Jan Nolte hat unter anderem eine Vorliebe für einschlägige rechte Szenemarken wie Pro Violence, die ein Magdeburger Nazihooligan vertreibt, und Walhall Athletik. Letztere wurde vom bayrischen Neonazi Daniel Weigel geründet, welcher im inzwischen verbotenen Freien Netz Süd organisiert war. Nach dem Antifaschist_innen darauf aufmerksam machten, löschte Jan Nolte die Likes. Desweiteren gefallen ihm diverse heidnisch-germanische Facebookseiten wie „True Viking Fans“ oder er postete auch gerne mal Odin-Bilder. Jan Nolte fühlt sich also offensichtlich sehr zu einer nordischen Kriegermythologie hingezogen, wie sie auch in der Nazisszene glorifiziert und zur Propaganda genutzt wird.
Am  29. Mai 2017 fand der Landeskongress der JA Hessen auf dem Haus der  extrem rechten Marburger Burschenschaft Germania (Deutsche Burschenschaft) statt. Ihre Mitglieder rekrutieren sich vor allem aus der neonazistischen Freien Kamaradschaftsszene, sowie der Identitären Bewegung (IB). Regelmäßig sind Mitglieder der B!Germania an Schlüsselpositionen der völkischen Bewegung Deutschlands wiederzufinden. Björn Höckes Pressesprecher Torben Braga ist Mitglied der Burschenschaft Germania Marburg, genauso wie Philipp Stein, ein Jungverleger faschistischer Literatur.  Daneben fungiert Stein als Führungsfigur der EinProzent Bewegung. Diese rechtsradikale Vernetzungs- und Finanzierungsplattform ist ein Gemeinschaftsprojekt mit Götz Kubitscheck, einem extrem rechten Verleger und Führungperson des Institut für Staatspolitik, eines „neurechten“ Thinktanks. Er treibt gemeinsam mit Philipp Stein massiv den Aufbau der extrem rechten Identitären Bewegung in Deutschland voran.
Beide waren wie Jan Nolte am Landeskongress der JA Hessen in Marburg Ende Mai anwesend. Mit Handschlag begrüßt wurde  Nolte von Lars Roth, einer hessischen Größe der Neonaziszene, welcher in letzter Zeit durch Mitorganisation von Nazikonzerten wie dem Eichsfelder Heimattag aufgefallen ist. Keine Minute danach griffen Lars Roth (mit einem Knüppel bewaffnet), Philipp Stein (aus dem Auto der AfD Thüringen, gefahren von Torben Braga) und zwei unbekannte Personen einen Fotografen an. Einige Minuten später kam es zu einem zweiten Angriff mit Pfefferspray und Schlägen aus einer mindestens zehnköpfigen vermummten Gruppe. Durch Fotos wurden Philipp Stein, ehemaliger Sprecher der Burschenschaft Germania Marburg, und Maximilian Kolb, Sprecher der Marburger Burschenschaft Germania und Beisitzer im Landesvorstand der JA Hessen, identifiziert. Mehr dazu auf dem Blog der Kampagne „Stadt Land Volk“ unter dem Titel „JA Landeskongress“.

 

Andreas Lichert (Listenplatz 7)

Lichtert ist im Vorstand des  AfD-Kreisverbandes Wetterau und im Landesvorstand der hessischen AfD. Auch Andreas Lichert ist im Institut für Staatspolitik des „neurechten“ Publizisten Götz Kubischek. Beide stehen der extrem rechten Identitären Bewegung nahe. Wie auch Nolte war er am 29. Mai 2017 auf dem Landeskongress der JA Hessen auf dem Haus der Germania Marburg, als AfDler und Burschen Fotograf_innen angriffen. Keine zwei Wochen nach dieser Veranstaltung fiel eine Marburger Ortsgruppe der IB durch eine Propaganda Aktion auf – die Vorbereitungen dafür fanden ebenfalls auf dem Haus der Marburger Burschenschaft Germania statt, wie IB Fotos zeigen. Auch in seiner Geschichtswerkstadt in Karben organisierte Andreas Lichert bereits 2013 Veranstaltungen mit der IB.
Ende Juni 2017 hielt er außerdem einen Vortrag auf dem Haus der Germania.

 

Julian Schmidt (Listenplatz 9)

Schmidt ist Kandidat der AfD Marburg Biedenkopf aus Angelburg Lixfelde hat Anfang des Jahres 2017 mit Simon Büssing und Nils Grunemann den JA-Kreisverband Marburg Biedenkopf gegründet. Nils und Simon kommen aus der Marburger Burschenschaftsszene, ersterer war 2013 bereits Sprecher der IB Deutschland und ist dann bei der Burschenschaft Germania in Marburg gelandet, zweiterer war Mitte 2015 noch Sprecher der Marburger Burschenschaft Armina (Neue Deutsche Burschenschaft). Nach einer Veröffentlichung unsererseits über die JA Marburg Biedenkopf behauptete die Burschenschaft Armina, sie habe Simon Büssing auf Grund seiner rechtsradikalen Positionen ausgeschlossen.
Der ehemalige Zeitsoldat Julian Schmidt fällt auch durch seine geschichtsrevisionistischen Positionen auf. So schrieb er einem Offenen Brief an die Verteidigungsministerin bezüglich der Bundeswehr und ihrer Wehrmachtstradition im Kontext des Auffliegens der rechtsradikalen Terrorgruppe um Franko Albrecht und andere Bundeswehrsoldaten. Diese waren, ganz ähnlich wie Schmidt, ebenfalls eng mit der IB und einer Burschenschaft der DB, nämlich der Danubia München  vernetzt. In seinem Brief versuchte er den Nationalsozialismus und seine Verbrechen als die Taten einer kriminellen Führungsriege darzustellen, in scharfer Abgrenzung zur Wehrmacht. „Der ganz große Teil der Wehrmachtssoldaten war nicht Täter, sondern Opfer“ (Julian Schmidt). Er leugnet damit die kollektive Zustimmung der Deutschen zum Nationalsozialismus und versucht die deutschen Täter_innen zu Opfern umzudeuten. Trotz zahlloser Kriegsverbrechen, sowie des Vernichtungsfeldzug im Osten in dessen Schutz der größte Teil der deutschen Tötungsmaschinierie arbeitete, steht er stolz zu dieser Mordbande.

 

 Martin Hohmann (Listenplatz 6)

Martin Hohmann aus Fulda war CDU-Bundestagsabgeordneter, bis er im Juli 2004 aufgrund einer antisemitischen Rede anlässlich des Tags der Deutschen Einheit 2003 aus der Partei ausgeschlossen wurde. In dieser hatte er den Verbrechen der Nazis angebliche jüdische Verbrechen gegenübergestellt. Er rückt so die Deutschen in eine Opferrolle, indem er Jüdinnen und Juden eine Täterschaft unterstellt. „Gibt es auch beim jüdischen Volk, das wir ausschließlich in der Opferrolle wahrnehmen, eine dunkle Seite in der neueren Geschichte oder waren Juden ausschließlich die Opfer, die Leidtragenden?“ (Martin Hohmann). Dies relativiert den industriellen Massenmord der Deutschen an Jüdinnen und Juden und zeichnet ein falsches Bild der Geschichte, welches den Jüdinnen und Juden eine Mitschuld an den Verbrechen der Nazis unterstellt. Ähnlich wie Julian Schmidt versucht auch Martin Hohmann, die Deutsche Geschichte umzudeuten, allerdings stellte Julian Schmidt nicht so offen eine jüdische Täterschaft in den Raum wie Martin Hohmann. Im Frühjahr 2016 trat Martin Hohmann in die AfD ein und kandidiert wieder für den Bundestag.

 

AfD, JA, IB und Nazis Hand in Hand für eine nationale Revolution

Der völkische Flügel der AfD um Björn Höcke hat seit der Gründung der Partei immer mehr an Einfluss gewonnen und hat sich immer wieder in innerparteilichen Konflikten durchgesetzt.  Vertreter dieses Flügels, wie Jan Nolte, haben keine Berührungsängste mit Nazis. Auch die Distanzierung dieser Kreise zu Gewalt ist mehr als fragwürdig. Dies sollte spätestens mit dem Angriff am 29. Mai 2017 am Rande des JA Hessen Landeskongress in Marburg, wo JA-Vertreter und Burschen mit Pfefferspray und Schlagstöcken Jagd auf Fotograf_innen machten, offensichtlich geworden sein. Personen wie Andreas Lichert oder Julian Schmidt haben nicht nur keine Berührungsängste mit der extrem Rechten IB, sondern treiben eine Zusammenarbeit mit dieser voran. Antisemitische Ausfälle wie der von Martin Hohmann passen da gut ins Bild und zeigen auf, dass an der „neuen Rechten“ gar nicht so viel Neues dran ist. Die zentralen Inhalte haben sich nicht verändert. Deshalb sollte klar sein: Jede Stimme für die AfD oder einen ihrer Kandidaten ist eine Stimme gegen die individuelle Freiheit und für eine faschistische Bewegung, die sich in und um die AfD konstituiert hat.

Gegen den Rechtsruck!
Keine Stimme für die AfD!

 

stadtlandvolk.noblogs.org

stadtlandvolk@riseup.net

 

>> Druckvorlage <<

JA-Marburg Biedenkopf: Eine Analyse

Eine faschistische Bewegung und ihre Gesichter
(von links nach recht; Eric Markert, Fabian Flecken, Simon Büssing, „unbekannt“, Nils Grunemann, Julian Schmidt)

Die Junge Alternative (JA) Marburg Biedenkopf und Hessen und ihr faschistisches Potenzial


Am 31. März 2017 will der Kreisverband der AfD Marburg Biedenkof im Haus des Gastes in Gladenbach eine Saalveranstaltung mit Frauke Petry durchführen. Aus diesem Grund haben wir uns den Ende Februar neugegründeten Kreisverband der JA Marburg Biedenkopf etwas genauer angesehen.

JA Marburg Biedenkopf: Eine Vorstellung


Simon Büssing

Der Sprecher des JA Kreisverbandes Marburg Biedenkopf ist Simon Büssing. Er ist Mitglied der Marburger Burschenschaft Arminia (Neue Deutsche Burschenschaft), ansässig im Werdaerweg 32. Bei der Arminia hatte er im Sommersemester 2015 das Amt des Sprechers inne. Dass sich die Burschenschaft Arminia auf ihrem Internetauftritt als Liberale Burschenschaft bezeichnet sollte niemanden trügen. Auch sie ist ein Ort wo reaktionäre Positionen vermittelt und autoritäre Charaktere geformt werden. Büssing gehört zu jenem verbindungstudentischen Milieu, welches zwar in keiner der klassischen Nazi-Verbindungen organisiert ist, jedoch offensichtlich mit diesen sympathisiert. Beispielsweise ersichtlich an einem völkisch-nationalistischem Facebookpost der Marburger Burschenschaft Germania (s.u.), mit dem sie nicht nur metaphorisch forderten „buildwallsnotbridges“ – Baut Mauern, keine Brücken. Einer der ersten „Gefällt mir“-Angaben kam von Simon Büssing (auf Facebook als „Simon Patria“ unterwegs).

Nils Grunemann
Im März 2013 wurde Nils Grunemann zum öffentlichen Gesicht der Identitären Bewegung in Deutschland gewählt. Der damals 18 Jährige hat nach seinem Abitur in Berlin ein Studium in Marburg begonnen und ist der Burschenschaft Germania Marburg (Deutsche Burschenschaft) beigetreten, auf diese gehen wir später mehr ein. Im Februar 2017 war er Mitbegründer des JA Kreisverbandes Marburg Biedenkopf und hat seitdem das Amt des stellvertretenden Sprechers inne.

Julian Schmidt
Der Soldat und Bundestagskanditat der AfD Marburg Biedenkopf, Julian Schmidt, musste sich bei seiner Bewerbungsrede für die Kanditatur noch Fragen gefallen lassen, warum er denn nicht in der JA sei. Im Februar 2017 war er dann Mitbegründer des Kreisverbandes der JA Marburg Biedenkopf und hat das Amt des Schatzmeisters inne.

Rolle der Marburger Burschenschaft Germania in der JA auf Kommunal- und Landesebene

Die Prozesse, welche wir in der AfD- und JA-Marburg beobachten können, sind exemplarisch für bundesweite Entwicklungen. Die Zusammenarbeit von AfD und JA mit Identitärer Bewegung, Neonazis und Faschisten verschiedener Schattierungen auf Kommunalebene in Marburg ist eine Tendenz, die sich bundesweit in der AfD abzeichnet. Der völkische Flügel, in dessen Zentrum der in Thüringen wohnhafte und hessische Geschichtslehrer Björn Höcke steht, vernetzt sich immer mehr mit anderen faschistischen Kräften. Auch im hessischen Landesvorstand der JA ist so ein Marburger Bursche der Germania aktiv.
Nämlich Max Kolb, Beisitzer im Vorstand der JA Hessen und Kandidat auf der Liste der AfD Homberg, sowie gleichzeitig Sprecher der Marburger Burschenschaft Germania. Warum die Marburger Burschenschaft Germania kein Naziproblem hat sondern eines ist, wurde schon mehrfach thematisiert (siehe wwnn, naziwatch marburg).
In Höckes Dresdener „Schande“-Rede warb dieser, von einer breiteren Öffentlichkeit unbeachtet, ganz offen für solche Bündnisse und benannte dies als den „Thüringer Weg“ (für die AfD). Die „Distanzieritis“ nach rechtsaußen müsse ein Ende haben um zu der „fundamentaloppositionellen Bewegungspartei“ zu werden, die das „deutsche Volk“ brauche. Im Hinblick auf diese Forderungen, wirkt das Engagement der Germanen wie die passgenaue Antwort, ist es doch ihr erklärtes Ziel völkisch-nationalistische Bewegungen zu formen und anzuleiten. Pikant ist dabei auch, dass der Marburger Germane Torben Braga als rechte Hand Höckes gilt.
Umso verwunderlicher ist dabei die Begleitung des Vorgangs durch den Kreisverband der AfD Marburg Biedenkopf. In der Vergangenheit war dieser noch um Distanz insbesondere zu Höcke und seinen radikalsten Thesen bemüht und versuchte sich als seriös im Sinne von bürgerlich-konserativ darzustellen. Bei der Gründung der Marburger JA, waren nun aber nicht nur Karl-Hermann Bolldorf, Eric Markert und Julian Schmidt, die drei relevantesten AfD-Funktionäre im Kreis zugegen, sie begrüßten auch die Gründung, ohne ein Wort der Kritik am aufgestellten Personal. Desweiteren kündigten sie eine „intensive Zusammenarbeit“ an, welche ja schon anhand der Personalunion Julian Schmidts offensichtlich sein sollte.

Auch wenn so noch lange nicht jedem in den Kreisen von JA und AfD ein positiver Bezug auf den Nationalsozialismus nachgewiesen werden kann, muss klar sein, dass sie alle Teil einer faschistischen Bewegung sind. Die schon oft beschriebene Schanierfunktion der Burschenschaften zwischen Nazis, anderer Faschisten und national Konservativen funktioniert hier bisher reibungslos. In AfD und JA haben sich Faschist_innen verschiedener Schattierungen zusammengefunden um aktiv zu werden. Liberale Kräfte wurden mehr und mehr verdrängt. Wie ernstzunehmen Distanzierungen von Seiten der AfD zu Höckes Dresdener Rede sind, wie im Kreistag Marburg Biedenkopf durch Karl-Hermann Bolldorf geschehen, wird an der JA im Kreis Marburg Biedenkopf offensichtlich. Es ist nicht mehr als ein Lippenbekenntnis. Auch Bolldorf war bei der Gründung des Kreisverbands anwesend und schmiedet so auf Kreisebene fleißig mit am Bündnis zwischen der Marburger Naziburschenschaft Germania und den lokalen Verbänden von AfD und JA. Dem darf nicht Tatenlos zugesehen werden.

 

Kampagnenaufruf:

STADT, LAND, VOLK – Netzwerke völkischer und (“neu”-)rechter Bewegungen bekämpfen!

Eine differenzierte Nazikeule

In ganz Europa sind rechte, völkische Akteure im Aufwind. Dies gilt mit Pegida, AfD und Identitärer Bewegung u.a. insbesondere auch für Deutschland. “Alte Rechte”, also solche die ideologisch wie propagandistisch in unverhohlener Tradition der faschistischen Bewegungen des frühen 20. Jahrhunderts stehen, bewahren dabei zwar ihre regionale, bisweilen lebensgefährliche Relevanz, sind jedoch zumeist nicht offen, sondern über Querverbindungen oder als pseudo-deradikalisierte “Neu-Rechte” Teil dieses Projekts. Die AfD fungiert dabei als legaler institutionalisierter Rahmen, der von rechts-liberalen Ex-CDU/FDP’lern, über rechte Intellektuelle wie die “Konserativen Revolutionäre” bis hin zu neonazistischen (Ex-)Kadern alle zusammenbringt, soweit sie bereit sind, sich mit Lippenbekenntnissen von NS und Co. zu distanzieren.

Innerhalb der AfD geht die Initiative hierbei vor allem vom völkischen Flügel um Björn Höcke aus, repräsentiert bspw. über die “Patriotische Plattform” und mit dem Jugendverband, der Jungen Alternative (JA), im Rücken. Austritte seitens gemäßigterer Rechter, sowie die Unfähigkeit der Verbliebenen, ihn zu zügeln, oder auch nur mittels Ordnungsmaßnahmen zu sanktionieren, sind Ausdruck des Erfolges im innerparteilichen Machtkampf. Honoriert mit stetig steigenden Wahl- und Umfragewerten geht die AfD so bisher aus jeder Auseinandersetzung stärker und völkischer hervor. Dies ist die Parlamentarische Wirkmächtigkeit der subversiven deutschen Erweckungsbewegung, an der sie, wie wir im folgenden aufzeigen wollen, gemeinsam mit einem ganzem Netzwerk “neu rechter” Akteure arbeiten.

Neu ist immer besser!?

Mit dem Begriff “Neue Rechte” versuchte die extreme Rechte schon vor über 30 Jahren zu suggerieren, dass sie mit dem Nationalsozialimus nichts mehr gemein hätte. Statt einer politischen Kritik des Nationalsozialismus wurde Betätigung in dessen Geiste im “geläuterten” Deutschland mit einem Tabu belegt, was gemeinhin als “Nazikeule” bezeichnet wird. Genau dieser Mechanismus soll mit neurechten Strategien ausgenutzt und aufgebrochen werden. Via Kommunikations- und Machtstrategien wird ein ideologischer Bruch vorgetäuscht, wenngleich eigentlich nur Reizwörter vermieden und Schlüsselelemente völkischer Propaganda codiert wiedergegeben werden. Aus dem propagierten Widerstand gegen den “Volkstod” neonazistischer Kameradschaften wird der gegen den “Großen Austausch” einer Identitären Bewegung oder die “Umvolkung” bei Kudla (CDU) und Gauland (AfD).

AfD und JA als parlamentarischer Arm des neuen völkischen Projekts

So dehnen Alternative für Deutschland und Junge Alternative die Grenzen des Sagbaren gezielt immer weiter aus. Da wird dann ein Schießbefehl gefordert oder über “afrikanische Ausbreitungstypen” schwadroniert. Der Deutsche Mob (“Das Volk”) ist hier stets gleichzeitig Adressat und Legitimationsbasis, die AfD Vollstrecker des Volkswillen. Im Gegensatz zu den “Altparteien” bemühen sie sich um “Volksnähe” indem sie den “Volkszorn” kanalisieren und gegen Feinde im äußeren (z.B. Geflüchtete) oder inneren (“Volksverräter”) lenken. Die allgegenwärtige, verschwörungstheoretisch aufgeladene “Volk/System”-Dichotomie, geht dabei mit einem Volksbegriff einher, den manche AfD-Funktionäre scheinbar direkt aus NS-Zeiten übernommen haben (s.u.: Fabian Flecken).
Mit diesem Programm zeichnet sich die AfD zum Einen für Diskursverschiebungen und damit einhergehenden (von CDU und SPD umgesetzten) realpolitischen Umwälzungen (Asylrechtsverschärfungen, Grenzschließungen, Abschiebeabkommen mit Diktatoren) verantwortlich, welche besonders für die Menschen auf der Flucht tausendfaches Leid bis hin zum Tod bedeuten. Ohne AfD und den Mob auf der Straße, sowie die ihr verbundenen Bewegungen im Rest Europas wäre das im Zuge des “arabischen Frühlings” kollabierte Grenzregime weder so schnell, noch so stark wiedererrichtet worden.

Dass es mit der (zumeist) legalen Agitation nicht getan sei, lassen regelmäßig wiederkehrende Andeutungen und Ausführungen über einen Umsturz im Sinne der “Konserativen/Nationalen Revolution” vermuten. Vor allem findet man solche bei jenen Kreisen, die neben oder sogar in der Partei mit Aktivisten der “Identitären Bewegung”, oder dem IfS um Götz Kubitschek, verkehren. Diese bezieht sich ganz offen auf jene völkische Strömung in der Weimarer Republik, die nicht unerheblichen Anteil am Aufstieg des Nationalsozialismus hatte. Arthur Moeller van den Bruck, Ernst Jünger, aber auch französische und italienische Faschisten sind hier ideelle Ahnherren.

Drohungen wie: “Wenn wir kommen, wird aufgeräumt!”, die der JA-Vorsitzende Markus Frohnmaier auf einer AfD-Demo in Erfurt ausrief, werden tausendfach schon jetzt in die Tat umgesetzt, wie sich in Übergriffen, Anschlägen und Pogromen offenbart.

Die JA-Hessen als “völkische Plattform”?

Die JA-Verbände stehen fast überall treu an der Seite des völkischen Höcke-Flügels. Dabei bildet Hessen keine Ausnahme. Ein Besuch der JA Hessen-Website zeigt dies deutlich. Noch bevor der eigentliche Internetauftritt abrufbar ist, wird ein Timer eingeblendet. Bei dessen Ablauf, so die Überschrift, seien “wir Deutschen zur Minderheit im eigenen Land” geworden. Damit bedienen sie vor allem die “neu rechte”-Abwandlung der neonazistischen Volkstod-Theorie (s.o “neue” Rechte?). Dazu passt das Personal. Schon die Vorsitzenden, Jan Nolte und Fabian Flecken, sind ein Statement. Beide haben bei den öffentlichen Kontroversen um menschenfeindliche Aussagen, sei es von Storch, Petry oder jüngst Höcke, diesen den Rücken gestärkt. Nolte relativert dabei zumeist, bzw. wittert Lügen und Verschwörungen. Dabei gibt er nach außen den Biedermann, während er auf seinem privaten Facebook-Profil Fan diverser Bekleidungsmarken aus dem neonazistischen Kampfsport- und Hooliganmilieu ist. Flecken hingegen schreibt sogar eigene Artikel für die “Patriotische Plattform”, in deren Bundesvorstand er Beisitzer ist. Jüngst forderte er dort mehr Engagement für die “Volksdeutschen” in der “Alten Heimat” und hielt so in NS-Sprech fest, dass “deutsch sein” für ihn immer noch eine Sache des Blutes sei.

Aber auch als JA-Hessen ist die inhaltliche Ausrichtung eindeutig. So ist der Debattenbeitrag “Kampf um die Wörter”, der auf ihrer Facebookseite erschien, in dankenswerter Klarheit verfasst. Im Anschluss an die Forderung von AfD-Bundessprecherin Frauke Petry den Begriff “völkisch” “aus dem Giftschrank der Geschichte” zu holen, äußern sie sich zustimmend. Darüberhinaus wird “neu-rechte” Diskursstrategie an sich erörtert und einige thesenhafte Handlungsanweisungen angeboten. An erster Stelle wird dabei diskutiert, den Begriff des “Nationalsozialimus” ebenso zu rehabilitieren, “aus pragmatischen Gründen” jedoch davon Abstand genommen zu haben. Pikanter noch als der Text selbst ist jedoch der Autor:

Maximilian Kolb, Beisitzer im JA-Landesvorstand und aktives Mitglied der Marburger Burschenschaft Germania. Diese stand bereits mehrfach im Fokus der Öffentlichkeit, da die Mitglieder sich mehrheitlich aus dem neonazisitischen Spektrum rekrutieren, ebenso wie diverse Referenten, die im Rahmen politischer Vorträge Gast auf dem Germanenhaus waren. Das höchste Amt im Bund übernahm Kolb jüngst von Philip Stein, einem Neonazi, welcher in der Vergangenheit bspw. Infomaterial für den Neonaziaufmarsch verteilte, auf dem auch Björn Höcke zugegen war, sich jüngst aber immer wieder als “neuer Rechter” zu präsentieren versucht. So vor allem in seiner Zusammenarbeit mit Götz Kubitschek im Rahmen der “Ein Prozent-Initative”. Das Kolb Anführer einer Naziburschenschaft ist, scheint weder in der JA noch in der AfD zu stören. Auch nach dem öffentlichen Hinweis auf seine Aktivitäten wird an ihm festgehalten. Dies und die Tatsache, dass gerade ein Neonazi wie Kolb in der hessischen JA den Raum bekommt, die ideologische Ausrichtung mitzubestimmen, bestätigt, was mit Fabian Fleckens sprachlichen und ideologischen, sowie Jan Noltes modischen NS-Anleihen bereits deutlich wurde: Verbindungen zur, Gedankengut aus und Aktivität im neonazistischen Mileu sind in der Hessischen JA bis in die höchsten Positionen weder unüblich noch problematisch. Die oben beschriebenen Entwicklungen sind dabei nicht isoliert zu betrachten, sondern regionale Ausprägung eines bundesweiten völkischen Netzwerks, welches sich besonders um Höcke und Götz Kubitschek formiert hat.

Rechtsradikale Strukturen sind sowohl in der Hessischen Provinz als auch in den Städten nichts Neues. Neu ist, dass diese Positionen gesellschaftlich etablierter sind als noch vor einigen Jahren und ihre Stimme in der AfD gut aufgehoben wissen. Egal ob in der Stadt oder auf dem Land: das Volk tobt. In der AfD hat der rassistische Mob einen neuen Organisierungsgrad erreicht, der sich aber nicht nur auf parlamentarischem Wege Ausdruck verleiht; flankiert von Nazis, Burschen, Identitärer Bewegung und vielen anderen extremen Rechten wird am faschistischen Umsturz gefeilt. Denn egal ob “alt” oder “neu”, ja selbst egal ob Verbindungen zum Neonazismus bestehen, weite Teile der JA und AfD, Identitäre und DB-Burschen sind schlichtweg Faschisten, im besten Sinne der italienischen Anfänge.

Es gilt für antifaschistische Zusammenhänge das Versteckspiel der “Neuen Rechten” aufzudecken und diese in der Stadt und auf dem Land zu bekämpfen!