Die Burschenschaft Germania Marburg und ihr extrem Rechtes Netzwerk

Björn Höcke ist seit geraumer Zeit die Gallionsfigur des extrem rechten Flügels der Alternative für Deutschland (AfD). Für ihn ist die Rolle der AfD die einer völkischen Bewegungspartei, weshalb er die Vernetzung mit Neonazis aktiv vorantreibt. Hierbei fallen immer wieder die Verbindungen zur Deutschen Burschenschaft (DB) ins Auge. In verschiedenen Städten kommt es zu einer Zusammenarbeit von Junger Alternative (JA), AfD, Identitärer Bewegung (IB) und DB.

Diese Praxis zeigt sich beispielsweise in Hamburg, wo eine DB-Verbindung ihre Räume der lokalen Gruppe der IB zur Verfügung stellt, wobei mit dieser ebenso viele Doppelmitgliedschaften bestehen, wie mit der JA. Oder der Fall der Burschenschaft Danubia München, welche sogar für den Verfassungsschutz als rechtsextrem gilt, während ihre Mitglieder immer wieder Rollen in JA und AfD einnehmen. So auch Benjamin Nolte, der aufgrund seiner öffentlichen rassistischen Äußerungen seinen Posten im Bundesvorstand der JA 2014 räumte.

Die Verbindungen der AfD und JA zu Naziburschenschaften sind auch in Hessen keine Einzelfälle. Im Folgenden wollen wir dies am Beispiel der Marburger Burschenschaft Germania aufzeigen.

Auf dem Burschentag in Eisenach 2015 sprach der langjährige Gefährte von Björn Höcke, Götz Kubitschek, extrem rechter Publizist und Vordenker einer angeblichen “Neuen” Rechten, über den “großen Austausch der Deutschen” und die Aushöhlung “deutscher Werte”. Er ist der Auffassung, dass dem deutschen Volk eine Rechtsordnung aufgezwungen wird, welche nicht die seine ist. Die existentielle Bedrohung des deutschen Volkes soll “grundiert aus einer weltanschaulich gefestigen Bastion heraus”, also aus der DB, abgewehrt werden. “An diesem Punkt muss die DB ihre historische Aufgabe begreifen und fortsetzen.” Genau diese Rolle nehmen inzwischen viele Burschen ein.

Im Jahr 2015 hatte die Marburger Germania den Vorsitz der DB inne. Sprecher für die DB war der Germane Torben Braga, der jetzt Beisitzer im Landesvorstand der AfD Thüringen ist und als Berater und Presseprecher von Björn Höcke fungiert und bei öffentlichen Auftritten wie zB. im KZ-Buchenwald als eine Art Leibwächter auftritt.
Die von Nazis durchsetzte Marburger Burschenschaft Germania wurde bereits im April 2014 (https://wwnn.noblogs.org/nazitreff-in-der-lutherstrase/) und Dezember 2014 (https://naziwatchmarburg.noblogs.org/warum-die-burschenschaft-germania-kein-naziproblem-hat-sondern-eines-ist/) thematisiert. Wenig verwunderlich also, das die AfD-Fraktion aus Thüringen neben Ann-Katrin Magnitz, stellvertretende Sprecherin der AfD Hochschulgruppe in Kassel, Torben Braga schickte, um eine Zusammenarbeit mit der Neonazi-Initiative “Wir lieben Meiningen” auszuloten.

Auf dem Germanenhaus war Braga zu jener Zeit die Nummer 2 hinter ihrem (damaligen) Sprecher Philipp Stein. Dieser nimmt ebenfalls eine wichtige Position im extrem rechten Netwerk ein. Stein hat zusammen mit Götz Kubitschek die “EinProzent”-Bewegung ins Leben gerufen. Diese “NGO für Deutsche” soll rechtsradikale Strukturen im Aufbau unterstützen und vernetzen. Hierbei beteiligen sich laut eigenen Angaben Ortsgruppen der IB, die Nazis vom “Freundeskreis Niedersachsen/Thüringen” und andere völkische Zusammenhänge. Philipp Stein ist zudem inzwischen Verleger geworden. Sein “Jung Europa Verlag”, mit Sitz in Dresden (zwischenzeitlich auf dem Haus der Burschenschaft Germania in Marburg), veröffentlichte als erstes ein Werk des französichischen Faschisten, Antisemiten und Unterstützer des Vichy-Regime Pierre Drieu la Rochelle. Dies brachte Philipp Stein und seinem Jung Europa Verlag begeisterten Zuspruch ein, unter anderem von der neonazistischen Kleinstpartei “Der Dritte Weg“, mit der er über Bundesbrüder wie dem Germanen Tobias Sauer vernetzt ist.
Götz Kubischek und Philipp Stein treiben die Organisierung der Identitären Bewegung in Deutschland voran, aĺs außerparlamentarischen Arm einer völkischen Bewegung, während die AfD die Partei der völkischen Bewegung geworden ist. Andere Marburger Burschen der Germania haben sich wie Torben Braga oder Maximilian Kolb, Beisitzer im Vorstand der JA Hessen, für die parlamentarische Arbeit in der AfD entschieden. Oder vereinen dies, wie Nils Grunemann aus Berlin, der schon seit Jahren Kader der Identitären Bewegung in Deutschland und inzwischen bei der Marburger Naziburschenschaft Germania untergekommen ist. Anfang des Jahres 2017 gründete er als stellvertretender Sprecher die Junge Alternative Marburg-Biedenkopf, gemeinsam mit Simon Büssing (Sprecher), der Mitglied der Marburger Burschenschaft Arminia ist und dem Bundestagskandidaten der AfD Marburg-Biedenkopf für die Wahl 2017, Julian Schmidt (Schatzmeister).

Genau ein solches Wirken hat Götz Kubischek in seiner Reden auf dem Burschentag 2015 in Eisenach gefordert. Die akademischen Nazis der DB haben sich an ihre angebliche historische Aufgabe gemacht.
Dass Mitte Februar 2017 dann Fotos auftauchen, die Björn Höcke im Februar 2010 auf einem jährlichen Naziaufmarsch in Dresden zeigen, für den auch Burschen der Germania Marburg, unter anderem Philipp Stein, einige Jahre später mit Hilfe von Flyern in der Mensa warben, passt nur allzu gut ins Bild.

Auch bei dem Identitären-Rapper Komplott handelt es sich um einen ehemaligen Marburger Studenten und Germania-Burschen, Patrick Bass (hierzu: https://linksunten.indymedia.org/en/node/205381). Bevor er nach Marburg kam war er in der Nazikameradschaft AG Schwaben aktiv (hierzu:
https://naziwatchmarburg.noblogs.org/warum-die-burschenschaft-germania-kein-naziproblem-hat-sondern-eines-ist/). Maßgeblich untersützt wird Patrick Bass bei seinem Rap-Projekt von der EinProzent-Bewegung um Philipp Stein und Götz Kubischek. Im Interview mit der Internetseite Identitäre Generation äußert sich Patrick Bass wie folgt: “Ich wünsche euch allen, die ihr – jeder auf seinem Posten, jeder auf seine Weise – in der Freiheitsbewegung wirkt, viel Kraft für die kommende Zeit”.

An dieser Aussage verdeutlicht sich – ob bewusst oder unbewusst – die Strategie vieler DB-Verbindungen, wie der Marburger Burschenschaft Germania. Sie haben in der völkischen und faschistischen Bewegung in Deutschland ihre Posten eingenommen und bauen diese Postition fortwährend aus.

Nazis und andere Faschist_innen werden also in der AfD und JA und in den ihnen zuarbeitenden außerparlamentarischen Zirkeln nicht nur geduldet, sondern mit offenen Armen empfangen!

(Torben Braga und Björn Höcke nachdem dieser Ende Januar Hausverbot in Buchenwald erteilt bekam)

(damaliger DB-Sprecher Braga und sein Stellvertreter Philip Stein  2015 in Eisenach)

(hinter dem Identitären-Rapper Komplott…

…steckt der Marburger Germane Patrick Bass  (hier im Hintergrund))

Pressemitteilung: „Die Burschenschaft Germania Marburg und ihr extrem Rechtes Netzwerk“

Marburg, 24.04.2017, (https://stadtlandvolk.noblogs.org)

Die hessische antifaschistische Kampagne “Stadt, Land, Volk” veröffentlichte am 19.4.2017 eine aktuelle Analyse der momentanen Aktivitäten der “Marburger Burschenschaft Germania”. Dabei findet vor allem ihre bundesweite Netzwerkarbeit Beachtung, sowie die vielfältige Beteiligung ihrer aktiven, wie inaktiven Mitglieder in verschiedenen Positionen und Strömungen völkischer und faschistischer Bewegungen.
In diesem Rahmen wird auch die Zusammenarbeit von Junger Alternative (JA), AfD, Identitärer Bewegung (IB) und Deutscher Burschenschaft (DB) einer genaueren Betrachtung unterzogen.

Egal ob auf Bundesebene, oder in der hessischen Kommunalpolitik – immer wieder stößt man auf Burschen der “Marburger Germania”, wenn die AfD oder ihre Jugendorganisation (JA) betrachten wird. Am bekanntesten ist seit ihrem gemeinsamen Auftritt im KZ-Buchenwald wohl der “Germane” und Höcke-Pressesprecher Torben Braga, der gewissermaßen als eine Art “Adjutant” für diesen fungiert. Aber auch auch im hessischen Landesvorstand, sowie im Marburger Ortsvorstand der “Jungen Alternative” sind Burschenschafter der “Marburger Germania” aktiv.
Dies wird von den Autor*innen aber nicht nur dahingehen analysiert, dass erhebliche Schnittmengen zwischen dem extrem rechten “Höcke-Flügel” der AfD und DB-Burschenschaften wie der “Germania” bestehen. Besonderes Augenmerk findet auch ihre Strategie und wie sie dieser in den letzten Jahren immer mehr entsprachen.

Wilma Streit, Pressesprecherin der Kampange “Stadt, Land, Volk!” dazu:
“Dass die “Marburger Burschenschaft Germania” seit Jahren diversen Neonazis eine Heimstätte bietet und Betätigung in diesem Sinne sogar forciert, dürfte nichts neues mehr sein. Neu ist die Hinwendung zur Parteipolitik, in der sie mit der AfD und JA endlich ein Vehikel gefunden haben um in ihrem Sinne in die Gesellschaft hineinzuwirken. Mit seiner Rede auf dem Burschentag in Eisenach 2015 hat Götz Kubitschek der Deutschen Burschenschaft einen Plan gereicht, dem die “Marburger Germanen” offensichtlich Folge leisten. Ein jeder nimmt seine Position in “der Bewegung” ein, als Politiker, Verleger oder gar Rapper um fortan als “Speerspitze” einer “nationalen Revolution” zu dienen! Widerstand dagegen muss dem entsprechen, ob auf der Straße, in den Parlamenten oder im Rahmen investigativer Recherche – dem muss Einhalb geboten werden!”

Von der JA Hessen nichts neues

Nolte, Flecken, Kolb und Co. treiben Zusammenarbeit mit anderen völkischen Rechten voran

Am Samstag den 15.4.2017 lädt die Junge Alternative (JA) Hessen zu einer Vortragsveranstaltung nach Möttau im Kreis Weilmünster. In der Hessenstraße 4 soll Petr Bystron sprechen, Landesvorsitzender der Alternative für Deutschland (AfD) Bayern und Bundestagskandiat für die Wahl 2017. Mit ihm lädt sich die JA Hessen jemanden ein der, wie sie, die Zusammenarbeit mit Neonazis und Faschist_innen nicht scheut.

Petr Bystron versuchte am 29. Juni in München gemeinsam mit zwei einschlägig bekannten extrem rechten Aktivisten zu einer AfD-kritischen Veranstaltung zu gelangen.
Mit dabei war Lukas Bals, vormals “Die Rechte“-Kader in Dortmund. Später in München fiel er als Mitglied der Identitären Bewegung (IB) auf und beteiligte sich beispielsweise an einer Plakataktion der IB-Bayern auf dem Turm der Frauenkirche in München. 2014 war er zudem am Überfall auf die Wahlparty im Dortmunder Rathaus beteiligt. Zusammen mit anderen Neonazis von “Die Rechte” griff er dabei anwesende Parlamentarier_innen an. Lukas wurde im Nachgang wegen Körperverletzung verurteilt.
Rick Wegner, führender Kader des Bündnis Deutscher Patrioten (BDP), war der zweite Begleiter Petr Bystrons. Im September 2016 war Wegner, mit anderen BDP-Aktivisten, sowie Lukas Bals an einem Angriff auf Fotografen und Antifaschist_innen am Rande einer spontanen Demonstration gegen eine Wahlparty der AfD Bayern beteiligt.

Die JA Hessen sucht genau wie Petr Bystron den Schulterschluss mit anderen extrem Rechten Kräften. Dementsprechend ist es nur passend, dass sie sich zu ihrem Wahlkampfauftakt jemanden einladen der ganz offen mit gewaltbereiten Neonazis agiert. Ob es nun Naziburschen in der JA Hessen sind (https://stadtlandvolk.noblogs.org/post/2017/03/30/ja-marburg-biedenkopf-eine-analyse/ ) oder die Zusammenarbeit mit rechten Schlägern wie Lukas Bals und Rick Wegner, eines muss klar sein:

Egal ob in der Stadt oder auf dem Land, die völkische Bewegung muss mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft werden!

PM: „Die Junge Alternative (JA) Marburg-Biedenkopf und Hessen und ihr faschistisches Potenzial“

Pressemitteilung: „Die Junge Alternative (JA) Marburg-Biedenkopf und Hessen und ihr faschistisches Potenzial“

Marburg, 29.03.2017

Im Rahmen der nord- und mittelhessischen antifaschistischen Kampange „Stadt, Land, Volk“, ging zuletzt ein Text online, welcher sich mit den Verstrickungen des jüngst gegründeten Kreisverbandes der Jungen Alternative Marburg-Biedenkopf, in faschistische Bewegungen beschäftigt. In Hinblick darauf wird zudem das Engagement der Kreistagsfraktion der AfD Marburg-Biedenkopf näher betrachtet.

Neben dem neugewählten Sprecher und Burschenschafter Simon Büssing (Arminia Marburg) wird dabei besonderes Augenmerk auf seinen Stellvertreter Nils Grunemann gelegt. Einem Berliner Kader der Identitären Bewegungen und ebenfalls Burschenschafter, jedoch bei der von Neonazis dominierten Verbindung „Germania Marburg“. Höchstes Amt auf dem Germanhaus hat Maximilian Kolb inne, dieser ist Sprecher der Burschenschaft und findet als Mitglied des Vorstands der Jungen Alternative Hessen ebenfalls Erwähnung und Einordnung in diesem Vorgang.

Die direkte Zusammenarbeit mit Faschisten durch die AfD-Kreistagsfraktion ist durch Julian Schmidt gesichert. Der sich sonst seriös gebende Soldat und Bundestagskanditat, ist Gründungsmitglied des neuen JA-Verbandes und übernahm das Amt des Schatzmeisters.

Aber auch vom Rest der Fraktion waren statt Kritik nur lobende Worte zu hören. Aufgrund der bisherigen Distanzierungsversuche der AfD im Kreis von Rechtsaußen, beispielsweise von Björn Höcke besitzt dieser Vorgang besondere Brisanz.

Hintergrundinfos:
AfD, Junge Alternative macht gemeinsame Sache mit der extremen Rechten (Nazis und Identitäre) Bundesweit aber auch in Marburg:

Warum die Burschenschaft Germania kein Naziproblem hat, sondern eines ist

Identitärer Faschist Nils Grunemann

Identitäre zeigen Gesicht: Gespräch mit Nils Grunemann

Bericht des AfD-KV’s zur Gründung des JA-KV’s

https://www.myheimat.de/marburg/politik/mit-der-jungen-alternative-marburg-biedenkopf-wurde-der-10-ja-kreisverband-in-hessen-gegruendet-d2797444.html

Outing, Max Kolb

https://linksunten.indymedia.org/de/node/196812

JA-Marburg Biedenkopf: Eine Analyse

Eine faschistische Bewegung und ihre Gesichter
(von links nach recht; Eric Markert, Fabian Flecken, Simon Büssing, „unbekannt“, Nils Grunemann, Julian Schmidt)

Die Junge Alternative (JA) Marburg Biedenkopf und Hessen und ihr faschistisches Potenzial


Am 31. März 2017 will der Kreisverband der AfD Marburg Biedenkof im Haus des Gastes in Gladenbach eine Saalveranstaltung mit Frauke Petry durchführen. Aus diesem Grund haben wir uns den Ende Februar neugegründeten Kreisverband der JA Marburg Biedenkopf etwas genauer angesehen.

JA Marburg Biedenkopf: Eine Vorstellung


Simon Büssing

Der Sprecher des JA Kreisverbandes Marburg Biedenkopf ist Simon Büssing. Er ist Mitglied der Marburger Burschenschaft Arminia (Neue Deutsche Burschenschaft), ansässig im Werdaerweg 32. Bei der Arminia hatte er im Sommersemester 2015 das Amt des Sprechers inne. Dass sich die Burschenschaft Arminia auf ihrem Internetauftritt als Liberale Burschenschaft bezeichnet sollte niemanden trügen. Auch sie ist ein Ort wo reaktionäre Positionen vermittelt und autoritäre Charaktere geformt werden. Büssing gehört zu jenem verbindungstudentischen Milieu, welches zwar in keiner der klassischen Nazi-Verbindungen organisiert ist, jedoch offensichtlich mit diesen sympathisiert. Beispielsweise ersichtlich an einem völkisch-nationalistischem Facebookpost der Marburger Burschenschaft Germania (s.u.), mit dem sie nicht nur metaphorisch forderten „buildwallsnotbridges“ – Baut Mauern, keine Brücken. Einer der ersten „Gefällt mir“-Angaben kam von Simon Büssing (auf Facebook als „Simon Patria“ unterwegs).

Nils Grunemann
Im März 2013 wurde Nils Grunemann zum öffentlichen Gesicht der Identitären Bewegung in Deutschland gewählt. Der damals 18 Jährige hat nach seinem Abitur in Berlin ein Studium in Marburg begonnen und ist der Burschenschaft Germania Marburg (Deutsche Burschenschaft) beigetreten, auf diese gehen wir später mehr ein. Im Februar 2017 war er Mitbegründer des JA Kreisverbandes Marburg Biedenkopf und hat seitdem das Amt des stellvertretenden Sprechers inne.

Julian Schmidt
Der Soldat und Bundestagskanditat der AfD Marburg Biedenkopf, Julian Schmidt, musste sich bei seiner Bewerbungsrede für die Kanditatur noch Fragen gefallen lassen, warum er denn nicht in der JA sei. Im Februar 2017 war er dann Mitbegründer des Kreisverbandes der JA Marburg Biedenkopf und hat das Amt des Schatzmeisters inne.

Rolle der Marburger Burschenschaft Germania in der JA auf Kommunal- und Landesebene

Die Prozesse, welche wir in der AfD- und JA-Marburg beobachten können, sind exemplarisch für bundesweite Entwicklungen. Die Zusammenarbeit von AfD und JA mit Identitärer Bewegung, Neonazis und Faschisten verschiedener Schattierungen auf Kommunalebene in Marburg ist eine Tendenz, die sich bundesweit in der AfD abzeichnet. Der völkische Flügel, in dessen Zentrum der in Thüringen wohnhafte und hessische Geschichtslehrer Björn Höcke steht, vernetzt sich immer mehr mit anderen faschistischen Kräften. Auch im hessischen Landesvorstand der JA ist so ein Marburger Bursche der Germania aktiv.
Nämlich Max Kolb, Beisitzer im Vorstand der JA Hessen und Kandidat auf der Liste der AfD Homberg, sowie gleichzeitig Sprecher der Marburger Burschenschaft Germania. Warum die Marburger Burschenschaft Germania kein Naziproblem hat sondern eines ist, wurde schon mehrfach thematisiert (siehe wwnn, naziwatch marburg).
In Höckes Dresdener „Schande“-Rede warb dieser, von einer breiteren Öffentlichkeit unbeachtet, ganz offen für solche Bündnisse und benannte dies als den „Thüringer Weg“ (für die AfD). Die „Distanzieritis“ nach rechtsaußen müsse ein Ende haben um zu der „fundamentaloppositionellen Bewegungspartei“ zu werden, die das „deutsche Volk“ brauche. Im Hinblick auf diese Forderungen, wirkt das Engagement der Germanen wie die passgenaue Antwort, ist es doch ihr erklärtes Ziel völkisch-nationalistische Bewegungen zu formen und anzuleiten. Pikant ist dabei auch, dass der Marburger Germane Torben Braga als rechte Hand Höckes gilt.
Umso verwunderlicher ist dabei die Begleitung des Vorgangs durch den Kreisverband der AfD Marburg Biedenkopf. In der Vergangenheit war dieser noch um Distanz insbesondere zu Höcke und seinen radikalsten Thesen bemüht und versuchte sich als seriös im Sinne von bürgerlich-konserativ darzustellen. Bei der Gründung der Marburger JA, waren nun aber nicht nur Karl-Hermann Bolldorf, Eric Markert und Julian Schmidt, die drei relevantesten AfD-Funktionäre im Kreis zugegen, sie begrüßten auch die Gründung, ohne ein Wort der Kritik am aufgestellten Personal. Desweiteren kündigten sie eine „intensive Zusammenarbeit“ an, welche ja schon anhand der Personalunion Julian Schmidts offensichtlich sein sollte.

Auch wenn so noch lange nicht jedem in den Kreisen von JA und AfD ein positiver Bezug auf den Nationalsozialismus nachgewiesen werden kann, muss klar sein, dass sie alle Teil einer faschistischen Bewegung sind. Die schon oft beschriebene Schanierfunktion der Burschenschaften zwischen Nazis, anderer Faschisten und national Konservativen funktioniert hier bisher reibungslos. In AfD und JA haben sich Faschist_innen verschiedener Schattierungen zusammengefunden um aktiv zu werden. Liberale Kräfte wurden mehr und mehr verdrängt. Wie ernstzunehmen Distanzierungen von Seiten der AfD zu Höckes Dresdener Rede sind, wie im Kreistag Marburg Biedenkopf durch Karl-Hermann Bolldorf geschehen, wird an der JA im Kreis Marburg Biedenkopf offensichtlich. Es ist nicht mehr als ein Lippenbekenntnis. Auch Bolldorf war bei der Gründung des Kreisverbands anwesend und schmiedet so auf Kreisebene fleißig mit am Bündnis zwischen der Marburger Naziburschenschaft Germania und den lokalen Verbänden von AfD und JA. Dem darf nicht Tatenlos zugesehen werden.

 

Outing Maximilian Kolb

Maximilian Kolb
17.06.1994
Lutherstraße 3
Marburg
dermaxkolb@web.de
Studiengang:Philosophie

Max studiert in Marburg Philosophie im 5. Semester und ist Burschenschafter bei der “Marburger Germania”, welche in der Deutschen Burschenschaft (DB) organisiert ist. Außerdem ist er Beisitzer im Vorstand der Jungen Alternative Hessen (JA), der Jugendorganisation der Alternative für Deutschland (AfD) und war bei öffentlichen Stammtischen der JA in Marburg zugegen.
Desweiteren nahm Max Kolb zusammen mit seinem Vater Werner Kolb (geb. 20.06.1961), am Bundesparteitag der AfD vom 30. April bis 01. Mai 2016 in Stuttgart teil. Beide sind AfD-Mitglieder und kommen aus Homberg (Plz. 34576), wo Werner Kolb auch immer noch Am Krachenberg 1 wohnt. Auf dem Festnetz ist er unter 05681 931596 erreichbar. Die Verstrickungen der “Marburger Burschenschaft Germania” mit Neonazis und anderen Rechtsradikalen ist seit langem bekannt. So im Rahmen von Vortragsveranstaltungen mit Bruno Burchardt im Januar 2013 über die “Zukunft der deutschen Volksgruppe in Europa”, eines Burschen der Olympia Wien, welche wegen eines Bombenanschlags
kurzzeitig verboten war und sogar den Holocaustleugner David Irving zu sich einlud. Außerdem befinden sich in den Reihen der aktiven Germania Burschis verschiedene Neue Rechte und Neonazis. So zum Beispiel Philipp Stein der versucht, sich als neu-rechter Publizist einen Namen zu machen und jüngst einen eigenen Verlag “Jung Europa” gründete. Zuvor schrieb er unzählige Artikel für neuechte Organe wie “Blaue Narzisse” und “Junge Freiheit”, sowie auch Bücher mit dem neu-rechtem Netzwerk um Götz Kubitschek. Mit diesem gründete er auch die “1% für unser Land”-Bewegung, einer Art NGO für “Deutsche”. Seine erste Veröffentlichung im eigenen Verlag wird passenderweise dem französischen Faschisten Pierre Drieu la Rochelle gelten. Aber auch weniger intellektuelle Neonazis haben in der
“Germania” ihren Platz, wie etwa Tobias Sauer und Patrick Bass, beides unter anderem Mitglieder der
kameradschaftsähnlichen “AG Schwaben”, beide regelmäßige Nazi-Demogänger, beide Protagonisten gewalttätiger Übergriffe.
Im Jahr 2015 hatte die “Germania Marburg” zudem den Vorsitz der Deutschen Burschenschaft inne und war damit wesentlich an der Ausrichtung und Außendarstellung des völkisch-rassistischen Verbandes beteiligt. Vorsitzender war ihr Mitglied Torben Braga.
Es sollte offensichtlich sein, warum das Verbindungshaus der Marburger “Germania” ein wichtiger Treffpunkt der lokalen Neu-Rechten bis neonazistischen Szene ist und was es bedeutet dort zu wohnen und dazu noch wie Max Kolb, diesen Personenkreis zu seinen Freunden zu zählen. So liest sich auch Kolbs Freundesliste auf Facebook wie ein “Who is who?” der Marburger Neonazi und Verbindungsszene.
Umgekehrt ist Kolbs Betätigung in der JA ein weiterer Beweis für den hohen Stellenwert dieser, als Plattform zur Vernetzung und gemeinsamen Agieren in Politik und Gesellschaft für verschiedene rechte Akteure. Vollkommene Ignoranz der neonazistischen Betätigung von Kolb ist hierbei die freundlichste Lesart des Verhaltens der restlichen JA.Ebenso könnte dies Indiz dafür sein, dass dort niemand was gegen Neonazis hat, bzw. Sie aufgrund ideologischer Gemeinsamkeiten dort sogar ihren rechten Platz haben, solange sie so seriös wirken wie Kolb.

Mit der Seriösität ist es jetzt vorbei! Nazi-Burschen Beine machen!

Download: Max Kolb Outing

Outing-Flyer, Jan Nolte

Dies ist der Outing-Flyer, wie er Ende letzter Woche in Frankenberg verteilt wurde:

Nazis & ihr Versteckspiel

Jan Nolte

Marburger Straße 75

35066 Frankenberg (Eder)

Bundeswehrsoldat in der Burgwaldkaserne

Jan sitzt für die Alternative für Deutschland (AfD) als Fraktionsvorsitzender im Kreistag von Waldeck Frankenberg. Außerdem ist er Landesvorsitzender der Jungen Alternative (JA)-Hessen und auch Beisitzer im JA-Bundesvorstand.

Jan Nolte hat eine Vorliebe für einschlägige rechte Szenemarken wie Pro Violence – vertrieben von einem Magdburger Nazihooligan – und Walhall Athletik. Diese wurde vom bayrischen Neonazi Daniel Weigel gegründet, der im inzwischen verbotenen Freien Netz Süd organisiert war.

Des Weiteren fühlt sich Jan Nolte offensichtlich auch der nordischen Mythologie verbunden. So gefallen ihm nicht nur Facebookseiten wie True Viking Fans, sondern er postet auch mal ganz gerne ein Odinbild.

Beim Öffnen der Internetseite der Jungen Alternative Hessen, für die Jan Nolte verantwortlich ist, wird ein Count-Down angezeigt, der visualisieren soll, wie lange noch Zeit ist, bis die Deutschen angeblich fremd im eigenen Land sind. In genau dieser Organisation hat Jan Nolte etliche extrem rechte Aktivisten um sich gescharrt.

Da wäre zum Beispiel Max Kolb, der Beisitzer im Vorstand der JA Hessen ist, aber auch in der Marburger Naziburschenschaft Germania sein Zuhause gefunden hat. Die Marburger Burschenschaft Germania ist ein bundesweites Sammelbecken für Nazis, Kadern aus Nazikamaradschaften wie Tobias Sauer – vor seiner Zeit in Marburg Mitglied bei der Kamaradschaft AG Schwaben – oder extrem rechte Aktivisten, Publizisten und Netzwerker wie Philipp Stein. Dieser will mit einer NGO für Deutsche und der 1% für unser Land-Bewegung, die überwiegend aus Ortsgruppen der Identitären Bewegung (IB) besteht, versuchen, den angeblich drohenden Volkstod zu verhindern. Eben jener Max Kolb will auch die Begriffe völkisch und Nationaler Sozialismus wieder positiv besetzten, wie er in einem Debattenbeitrag für die JA Hessen schrieb.

Auch das zweite Mitglied der Doppelspitze der JA Hessen, Fabian Flecken, ist klar der Völkischen Rechten zuzuordnen. Er ist im Vorstand der Patriotischen Plattform, einer extrem rechte Mitgliedervereinigung der AfD, die sich u.a. für eine flächendeckende Zusammenarbeit von AfD und der Identären Bewegung einsetzt. Dass dies nicht nur leere Worte sind, wird offensichtlich daran, dass ein weiterer Beisitzer des Vorstandes der JA Hessen, Patrik Andreas Bauer, schon im Juli 2015 an einem Stammtisch der Identitären Bewegung in Frankfurt am Main teilnahm.

Es lässt sich also eine Sympathie bis Nähe und teilweise sogar personelle Überscheidungen des Landesverbands der JA Hessen mit rechtsradikalen Gruppen wie der Identitären Bewegung und der Marburger Naziburschenschaft Germania feststellen.

Halten wir fest: Jan Nolte ist ein ist extrem rechter Aktivist, der im völkischen Flügel der AfD zu verorten ist. Seine nicht nur inhaltliche Nähe zu Neonazis wird durch Affinität für Nazimarken und die Zusammenarbeit mit Naziburschen wie Max Kolb offensichtlich. Für die Bundestagswahl 2017 kandiert dieser angeblich “Neu Rechte” Aktivist auf der Hessischen Landesliste auf Platz 7 für die AfD.

Stadt, Land, Volk – rechte Netzwerke überall bekämpfen!

Make Racists Afraid Again!

Download: Jan Nolte Outing

PM: Kampagnenstart “Stadt, Land, Volk”

Hessen 24.03.2017 – Die Kampagne “Stadt, Land, Volk!” ist angelaufen. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, rechte Strukturen und Netzwerke in Mittel- und Nordhessen zu bekämpfen. 1000 Flyer klären in Frankenberg über JA-Vorsitzenden auf.

In der ersten Publikation werden die Verknüpfungen von Junger Alternative (JA) Hessen und Alternative für Deutschland (AfD) mit Neonazis aufgeschlüsselt. Diese Personenkreise würden gern nicht nur den Begriff “völkisch” aus dem “Giftschrank” holen sonder auch Worte wie “Nationaler Sozialismus” irgendwann positiv besetzen. Eine Vorliebe für Nazimarken, weitreichende inhaltliche Übereinstimmung, aber auch personelle Überschneidungen zu Naziburschenschaften der Deutschen Burschenschaft, vor allem der Burschenschaft “Germania Marburg” zeigen, welch wichtige Rolle Faschist_innen und ihre Ideologien in JA und AfD spielen.

Wilma Streit, Pressesprecherin der Kampange “Stadt, Land, Volk!” erklärt:
“Neonazis und andere Faschist_innen haben ihren festen Platz in JA und AfD gefunden und agieren dort als Stichwortgeber_innen und Strateg_innen des rassistischen Mobs. Egal ob Identitäre Bewegung, EinProzent oder Andere, sie sind auch in Hessen gut mit Junger Alternative und Alternative für Deutschland vernetzt. Dies zeigen wir anhand unserer Recherche, welche wir im Rahmen der Kampagne “Stadt, Land, Volk” veröffentlichen. Darüberhinaus gilt es dieses völkische Netzwerk zu bekämpfen, wo auch immer es wirkmächtig wird.”

In Frankenberg verteilten Antifaschist_innen zu diesem Zweck Ende letzter Woche tausende Texte und Plakate, um über den dort kasernierten Zeitsoldaten Jan Nolte zu informieren. Inhalt der Texte war dessen Engagement als einer der beiden Vorsitzenden der JA-Hessen, als welcher er großen Anteil am Aufbau dieser völkischen Truppe hatte. Nachbar_innen und Kamerad_innen wissen nun was für ein Salonfaschist dort Dienst an der Waffe schiebt und die Kampagne “Stadt, Land, Volk” ist damit offiziell gestartet!

Kampagnenaufruf:

STADT, LAND, VOLK – Netzwerke völkischer und (“neu”-)rechter Bewegungen bekämpfen!

Eine differenzierte Nazikeule

In ganz Europa sind rechte, völkische Akteure im Aufwind. Dies gilt mit Pegida, AfD und Identitärer Bewegung u.a. insbesondere auch für Deutschland. “Alte Rechte”, also solche die ideologisch wie propagandistisch in unverhohlener Tradition der faschistischen Bewegungen des frühen 20. Jahrhunderts stehen, bewahren dabei zwar ihre regionale, bisweilen lebensgefährliche Relevanz, sind jedoch zumeist nicht offen, sondern über Querverbindungen oder als pseudo-deradikalisierte “Neu-Rechte” Teil dieses Projekts. Die AfD fungiert dabei als legaler institutionalisierter Rahmen, der von rechts-liberalen Ex-CDU/FDP’lern, über rechte Intellektuelle wie die “Konserativen Revolutionäre” bis hin zu neonazistischen (Ex-)Kadern alle zusammenbringt, soweit sie bereit sind, sich mit Lippenbekenntnissen von NS und Co. zu distanzieren.

Innerhalb der AfD geht die Initiative hierbei vor allem vom völkischen Flügel um Björn Höcke aus, repräsentiert bspw. über die “Patriotische Plattform” und mit dem Jugendverband, der Jungen Alternative (JA), im Rücken. Austritte seitens gemäßigterer Rechter, sowie die Unfähigkeit der Verbliebenen, ihn zu zügeln, oder auch nur mittels Ordnungsmaßnahmen zu sanktionieren, sind Ausdruck des Erfolges im innerparteilichen Machtkampf. Honoriert mit stetig steigenden Wahl- und Umfragewerten geht die AfD so bisher aus jeder Auseinandersetzung stärker und völkischer hervor. Dies ist die Parlamentarische Wirkmächtigkeit der subversiven deutschen Erweckungsbewegung, an der sie, wie wir im folgenden aufzeigen wollen, gemeinsam mit einem ganzem Netzwerk “neu rechter” Akteure arbeiten.

Neu ist immer besser!?

Mit dem Begriff “Neue Rechte” versuchte die extreme Rechte schon vor über 30 Jahren zu suggerieren, dass sie mit dem Nationalsozialimus nichts mehr gemein hätte. Statt einer politischen Kritik des Nationalsozialismus wurde Betätigung in dessen Geiste im “geläuterten” Deutschland mit einem Tabu belegt, was gemeinhin als “Nazikeule” bezeichnet wird. Genau dieser Mechanismus soll mit neurechten Strategien ausgenutzt und aufgebrochen werden. Via Kommunikations- und Machtstrategien wird ein ideologischer Bruch vorgetäuscht, wenngleich eigentlich nur Reizwörter vermieden und Schlüsselelemente völkischer Propaganda codiert wiedergegeben werden. Aus dem propagierten Widerstand gegen den “Volkstod” neonazistischer Kameradschaften wird der gegen den “Großen Austausch” einer Identitären Bewegung oder die “Umvolkung” bei Kudla (CDU) und Gauland (AfD).

AfD und JA als parlamentarischer Arm des neuen völkischen Projekts

So dehnen Alternative für Deutschland und Junge Alternative die Grenzen des Sagbaren gezielt immer weiter aus. Da wird dann ein Schießbefehl gefordert oder über “afrikanische Ausbreitungstypen” schwadroniert. Der Deutsche Mob (“Das Volk”) ist hier stets gleichzeitig Adressat und Legitimationsbasis, die AfD Vollstrecker des Volkswillen. Im Gegensatz zu den “Altparteien” bemühen sie sich um “Volksnähe” indem sie den “Volkszorn” kanalisieren und gegen Feinde im äußeren (z.B. Geflüchtete) oder inneren (“Volksverräter”) lenken. Die allgegenwärtige, verschwörungstheoretisch aufgeladene “Volk/System”-Dichotomie, geht dabei mit einem Volksbegriff einher, den manche AfD-Funktionäre scheinbar direkt aus NS-Zeiten übernommen haben (s.u.: Fabian Flecken).
Mit diesem Programm zeichnet sich die AfD zum Einen für Diskursverschiebungen und damit einhergehenden (von CDU und SPD umgesetzten) realpolitischen Umwälzungen (Asylrechtsverschärfungen, Grenzschließungen, Abschiebeabkommen mit Diktatoren) verantwortlich, welche besonders für die Menschen auf der Flucht tausendfaches Leid bis hin zum Tod bedeuten. Ohne AfD und den Mob auf der Straße, sowie die ihr verbundenen Bewegungen im Rest Europas wäre das im Zuge des “arabischen Frühlings” kollabierte Grenzregime weder so schnell, noch so stark wiedererrichtet worden.

Dass es mit der (zumeist) legalen Agitation nicht getan sei, lassen regelmäßig wiederkehrende Andeutungen und Ausführungen über einen Umsturz im Sinne der “Konserativen/Nationalen Revolution” vermuten. Vor allem findet man solche bei jenen Kreisen, die neben oder sogar in der Partei mit Aktivisten der “Identitären Bewegung”, oder dem IfS um Götz Kubitschek, verkehren. Diese bezieht sich ganz offen auf jene völkische Strömung in der Weimarer Republik, die nicht unerheblichen Anteil am Aufstieg des Nationalsozialismus hatte. Arthur Moeller van den Bruck, Ernst Jünger, aber auch französische und italienische Faschisten sind hier ideelle Ahnherren.

Drohungen wie: “Wenn wir kommen, wird aufgeräumt!”, die der JA-Vorsitzende Markus Frohnmaier auf einer AfD-Demo in Erfurt ausrief, werden tausendfach schon jetzt in die Tat umgesetzt, wie sich in Übergriffen, Anschlägen und Pogromen offenbart.

Die JA-Hessen als “völkische Plattform”?

Die JA-Verbände stehen fast überall treu an der Seite des völkischen Höcke-Flügels. Dabei bildet Hessen keine Ausnahme. Ein Besuch der JA Hessen-Website zeigt dies deutlich. Noch bevor der eigentliche Internetauftritt abrufbar ist, wird ein Timer eingeblendet. Bei dessen Ablauf, so die Überschrift, seien “wir Deutschen zur Minderheit im eigenen Land” geworden. Damit bedienen sie vor allem die “neu rechte”-Abwandlung der neonazistischen Volkstod-Theorie (s.o “neue” Rechte?). Dazu passt das Personal. Schon die Vorsitzenden, Jan Nolte und Fabian Flecken, sind ein Statement. Beide haben bei den öffentlichen Kontroversen um menschenfeindliche Aussagen, sei es von Storch, Petry oder jüngst Höcke, diesen den Rücken gestärkt. Nolte relativert dabei zumeist, bzw. wittert Lügen und Verschwörungen. Dabei gibt er nach außen den Biedermann, während er auf seinem privaten Facebook-Profil Fan diverser Bekleidungsmarken aus dem neonazistischen Kampfsport- und Hooliganmilieu ist. Flecken hingegen schreibt sogar eigene Artikel für die “Patriotische Plattform”, in deren Bundesvorstand er Beisitzer ist. Jüngst forderte er dort mehr Engagement für die “Volksdeutschen” in der “Alten Heimat” und hielt so in NS-Sprech fest, dass “deutsch sein” für ihn immer noch eine Sache des Blutes sei.

Aber auch als JA-Hessen ist die inhaltliche Ausrichtung eindeutig. So ist der Debattenbeitrag “Kampf um die Wörter”, der auf ihrer Facebookseite erschien, in dankenswerter Klarheit verfasst. Im Anschluss an die Forderung von AfD-Bundessprecherin Frauke Petry den Begriff “völkisch” “aus dem Giftschrank der Geschichte” zu holen, äußern sie sich zustimmend. Darüberhinaus wird “neu-rechte” Diskursstrategie an sich erörtert und einige thesenhafte Handlungsanweisungen angeboten. An erster Stelle wird dabei diskutiert, den Begriff des “Nationalsozialimus” ebenso zu rehabilitieren, “aus pragmatischen Gründen” jedoch davon Abstand genommen zu haben. Pikanter noch als der Text selbst ist jedoch der Autor:

Maximilian Kolb, Beisitzer im JA-Landesvorstand und aktives Mitglied der Marburger Burschenschaft Germania. Diese stand bereits mehrfach im Fokus der Öffentlichkeit, da die Mitglieder sich mehrheitlich aus dem neonazisitischen Spektrum rekrutieren, ebenso wie diverse Referenten, die im Rahmen politischer Vorträge Gast auf dem Germanenhaus waren. Das höchste Amt im Bund übernahm Kolb jüngst von Philip Stein, einem Neonazi, welcher in der Vergangenheit bspw. Infomaterial für den Neonaziaufmarsch verteilte, auf dem auch Björn Höcke zugegen war, sich jüngst aber immer wieder als “neuer Rechter” zu präsentieren versucht. So vor allem in seiner Zusammenarbeit mit Götz Kubitschek im Rahmen der “Ein Prozent-Initative”. Das Kolb Anführer einer Naziburschenschaft ist, scheint weder in der JA noch in der AfD zu stören. Auch nach dem öffentlichen Hinweis auf seine Aktivitäten wird an ihm festgehalten. Dies und die Tatsache, dass gerade ein Neonazi wie Kolb in der hessischen JA den Raum bekommt, die ideologische Ausrichtung mitzubestimmen, bestätigt, was mit Fabian Fleckens sprachlichen und ideologischen, sowie Jan Noltes modischen NS-Anleihen bereits deutlich wurde: Verbindungen zur, Gedankengut aus und Aktivität im neonazistischen Mileu sind in der Hessischen JA bis in die höchsten Positionen weder unüblich noch problematisch. Die oben beschriebenen Entwicklungen sind dabei nicht isoliert zu betrachten, sondern regionale Ausprägung eines bundesweiten völkischen Netzwerks, welches sich besonders um Höcke und Götz Kubitschek formiert hat.

Rechtsradikale Strukturen sind sowohl in der Hessischen Provinz als auch in den Städten nichts Neues. Neu ist, dass diese Positionen gesellschaftlich etablierter sind als noch vor einigen Jahren und ihre Stimme in der AfD gut aufgehoben wissen. Egal ob in der Stadt oder auf dem Land: das Volk tobt. In der AfD hat der rassistische Mob einen neuen Organisierungsgrad erreicht, der sich aber nicht nur auf parlamentarischem Wege Ausdruck verleiht; flankiert von Nazis, Burschen, Identitärer Bewegung und vielen anderen extremen Rechten wird am faschistischen Umsturz gefeilt. Denn egal ob “alt” oder “neu”, ja selbst egal ob Verbindungen zum Neonazismus bestehen, weite Teile der JA und AfD, Identitäre und DB-Burschen sind schlichtweg Faschisten, im besten Sinne der italienischen Anfänge.

Es gilt für antifaschistische Zusammenhänge das Versteckspiel der “Neuen Rechten” aufzudecken und diese in der Stadt und auf dem Land zu bekämpfen!